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3.13. Mehr Marionetten
Da wir nun schon mal Spaß mit unseren Charakteren haben,
warum nicht noch mehr erschaffen?
Wir stehen ja auch nicht alleine im Leben.
Jeder Chara hat also auch ein soziales Umfeld, von denen vielleicht
auch mal jemand in deiner Geschichte vorkommen könnte:
- Familie
- Freunde
- Partner
- Kollegen
- Tiere?
- Helfer
- potentielle Liebesinteressen
Diese Charaktere werden erstellt wieder nach dem Vorgehen beim
Helden. Nun, wie tief man eine dieser Figuren anlegt hängt
von ihrer Bedeutung für den Hauptcharakter und die Geschichte
ab.
3.14. Freunde & Familie
Je nachdem, wie wichtig diese Freunde und Angehörigen für
den Helden und vor allem für die Geschichte sind, sollten sie
auch sehr sorgfältig charakterisiert sein. Wahr bleibt jedoch,
wenn sie kein Teil des Heldenteams sind, dann sind sie keine Hauptcharaktere
und somit solltest du nicht zuviel Zeit damit verschwenden, sie
auszuarbeiten. Das kann dazu führen, dass du sie am Ende wichtiger
machst, als sie eigentlich für die Geschichte sind. Das mag
schön für dich sein, aber kann beim Leser zu Verwirrung
führen.
Wenn er sich schon die Mühe gemacht hat, einen Charakter so
genau kennen zu lernen, dann erwartet er, dass der dann auch eine
wichtige Rolle spielt. Tut er das nicht, ist der Leser frustriert,
was meistens mit Nicht-Weiterlesen bestraft wird.
Freunde & Familie sind wichtig, aber sie gehören
nicht zu den Hauptcharakteren
Leser erwarten eine Belohnung für die Mühe des
Kennenlernens eines Chrakters, wenn dieser plötzlich verschwindet,
sind sie böse
Manche Freunde tun nur so, als ob sie Freunde wären,
sind aber in echte Helfer des Gegenspielers
Freunde & Familienangehörigen können Aufgaben
übernehmen
Aufgaben? Was denn für Aufgaben?
3.15. Aufgaben für Charaktere
In einer Geschichte, wie auch immer diese sein mag, gibt es immer
wieder Dinge, die unser Held braucht, die ihm von anderen Figuren
gegeben werden müssen.
Bedeutet?
In der Unendlichen Geschichte ist Fuchur ein Freund. Er gibt beiden
Helden, Bastian und Atréju, eine Möglichkeit von A nach
B zu kommen - ein Transportmittel. Und ist dazu noch nett.
Oder, ein Detektiv geht zu einem Bekannten, um dort illgeal eine
Waffe zu erstehen, oder Informationen einzuholen. Ein Informant
oder Ausstatter.
Oder eine Schwester, welche das Liebesobjekt dem Helden vorstellt,
dann ist sie ein Mittler. Vielleicht auch eine Art Bote.
Viele dieser Rollen können auch von den Helfern des Gegners
übernommen werden, freiwillig oder unter Druck, vielleicht
mit Hilfe von Erpressung oder Drogen. Oder von jedem anderen Charakter
aus dem Umfeld unseres Helden, vielleicht schleppt mal der Hund
des Helden eine Utzi an? Oder der Held verliebt sich in seine Jugendfreundin?
Oder der Held wird zu seinem eigenen Gegner, wie bei Jekyll &
Hyde, alles ist möglich. Das ist ja das Schöne!
Häufig ist es sehr gut, sich zu überlegen: Wofür
brauche ich diesen Charakter? So ist es einfacher, ihn wieder
loszulassen, wenn eben diese Aufgabe erfüllt ist.
Eine Aufgabe ist natürlich sehr wichtig - die des Partners
in Sachen Liebe.
3.16. Herzchenaugen - das Liebesobjekt
Die Liebe, ja die ist doch sehr wichtig für die Schreiberei.
Okay, ich versuche es knapp zu halten.
Wie muss dieses Objekt der Begierde beschaffen sein, damit es
klappen kann?
Man sollte sich vorstellen, was dem Geschmack des Helden entspricht
und dann ein paar Gegensätze einbauen.
Was ich damit meine?
Ein attraktives Äußeres, das die Aufmerksamkeit des Helden
erregt und dazu noch ein paar Sachen, die er vielleicht nicht ganz
so putzig findet, zuerst zumindest. Ich finde, Reibung erzeugt Hitze.
Wo die Funken verbal fliegen, sind sie nicht fern davon, ein Feuer
der anderen Art auszulösen, auch wenn das wohl nur mein persönlicher
Geschmack ist. Außerdem habe ich es gerne, wenn meine richtigen
Liebespaare sich ergänzen, komplettieren. Viele der Leute in
meinen Geschichten fühlen sich voneinander angezogen und haben
Sex, aber sie sind keine richtigen Paare, die eine feste Beziehung
aufbauen könnten.
Beispiele? Hier:
Kyoichi und Stephen in Operation New York
- Kyo ist modebewußt und voller Energie, lebensbejahend, er
hat noch keinen getötet
- Stephen hat nur seine Ziel, die Rache im Kopf, das Leben geht
an ihm vorbei, er kann Menschen eiskalt töten
= die beiden stehen füreinander ein, sogar über die Grenzen
ihrer Familie hinweg, sie geben sich Halt und Lebenssinn.
Akira und Ryutarou in Love is Colder Than Ice Cream
- Akira ist der lebensbejahende Energiemensch
- Ryuatarou ist der pillenabhängige Suizidkandidat
= Sie streiten sich, reiben sich, trösten sich, ergeben sich
einander und ihrem Schicksal
okay, das ist tragisch
Aiji und Takeo in Glück mit den Männern
- Aiji ist der flippige Ausgehmensch
- Takeo ein ruhiger, seriöser Arzt
= sie finden sich anziehend und ergänzen sich, nach einigen
Mißverstädnissen
Auf pure Anziehung gehe ich noch bei Sex ein.
Noch mehr?
Nein, ich glaube das war's endlich. Wir haben uns eine Pause verdient.
Was, nicht genug? Okay, dann zu den eher nüchternen Überlegungen
zum Thema Perspektive.
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