| NIKA |
| Greif Dir einen fernen Stern |
| Es war die Zeit der Sternschnuppen.
Zu hunderten fielen sie, manche erfüllten Wünsche, manche kleinere nicht, weil keiner sie gesehen hatte. Sie füllten die Herzen der Menschen mit Hoffnung und Sehnen. Unzählige Wünsche wurden ausgesprochen., gedacht und gefühlt. Auch einer von der Gestalt, die von der kalten Winterluft umweht, allein unter einer Eiche stand und durch die blätterlosen Äste in den Himmel sah. Sein Herz schwoll über mit der Macht seines Wunsches. Das war alles was er jemals wollte. "Ich will nie mehr alleine sein." Sein Wunsch löste sich von ihm und wehte empor, gewann an Höhe und eilte zu seinem Bestimmungsort. Hinauf sprangen die bittenden Worte, die Flügel eines Wunsches trugen sie schneller und schneller. Schließlich fanden die Worte ihr Ziel und verschmolzen mit ihnen. Doch die Macht des Wunsches war so groß, so allumfassend, daß etwas mit der Sternschnuppe geschah. Sie bekam ein Herz. Sich der Erde nähernd, begann es zu schlagen. Durch die Äste des Baums brach sie. Unter dem Baum stand der Wünschende und sah die Sternschnuppe sich nähern. Schließlich kam sie auf und blieb liegen. Mit Vorsicht näherte er sich der leuchtenden Gestalt vor seinen Füßen. Die Haut so kühl leuchtend wie Sternenlicht Das Haar, gefroren von der langen Reise, ein silberner Schweif. Die Gestalt bewegte sich, öffnete zum ersten Mal die neuen Augen. Sie waren mit Sternenstaub gefüllt. "Ich bin deines Wunsches wegen hier." erklang die sanfte Stimme, die aus der Ewigkeit ins Leben kam. Eine feine Hand berührte seine Wange, zog sein Herz aus seiner Brust, legte es offen. Dort lag es nun, zitternd im Mondlicht, tanzend in seine Brust, frierend weil es so allein war. Das Sternenwesen betrachtete es voller Mitleid. "Dein Wunsch wurde gewährt." flüsterte es, ein Sohn der Sterne. Der Stern beugte sich vor und die magischen Lippen berührten sein Herz durch den Brustkorb hindurch. Sein Innerstes wurde von einem Schauer zerrüttet und mit einem einzigen Kuß wieder erbaut. Tränen lösten sich aus seinen Augen und wurden zu Sternenstaub bevor sie den Boden erreichten. Sein Ich paarte sich mit der Unendlichkeit des Universums. Die Atome erschauerten, das Leben ging schneller als sein letzter Atemhauch. Als der Stern ihn wieder ansah, hatte er aus zwei Herzen eins gemacht. Der Wünschende zitterte noch unter dem Mondlicht, wie ein Neugeborenes. Der Stern griff seine Hand und zog leicht. Dann fühlte er wie er den Boden unter den Füßen verlor. Und schließlich nach Hause zurückkehrte, zu all den anderen sanften Lichtern, die im schwarzen Samt des Universums ruhten. ~ende~ |
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