| NIKA |
| Im Licht der Sonne |
| Teil 7 |
| Am Morgen danach war es alles anders. Tristan hatte unruhig geschlafen, während sein Körper alle Zerrungen und kleinen Blessuren seiner ersten sexuellen Begegnung mit einem Mann geheilt hatte. Er fühlte sich also wie immer als er aufwachte und doch anders. Was ist geschehen? Was ist... Dann brach Scham und Zorn über ihn herein. Der Ansturm der Gefühle war so groß, dass er Probleme hatte, seine Kräfte unter Kontrolle zu halten. Er lag schwer atmend in der exakten Position, in der er erwacht war und versuchte sich zu beruhigen. Nur weg hier! schrie es in ihm, so laut, dass er meinte, die ganze Welt müsse es hören können. Auf der engen Pritsche zu zweit zu schlafen war zusätzlich auch noch ein Problem und er konnte es kaum erwarten, aus der verschwitzen Umarmung des anderen Mannes zu entfliehen. Im Tristans Kopf hatte sich eine Sache als unverzeihlich eingeprägt: Er hatte 'Nein' gesagt und Marc hatte nicht darauf reagiert. Er hatte auch 'Nein' damit gemeint. Nein, ich will nicht, dass du in mich eindringst. Ich will das hier alles nicht. Ärgerlich über Marcs Verhalten und beschämt darüber, welchen Verlauf der Rest ihrer Geschlechtlichen Betätigung genommen hatte, wühlte sich Tristan aus dem Bett und warf keinen Blick zurück auf den schlafenden Mann. Unter der improvisierten Dusche, draußen, versuchte er möglichst gründlich die Erinnerung an dieses Erlebnis abzuspülen. War es das? War das alles? Ist das alles, was ich erwarten kann, wenn ich jemanden an mich heran lasse? Dann brauchte er das nie wieder, nie wieder. Nicht so, nicht mit diesen Nachwirklungen. Nein heißt nein! Auch bei mir. Die Wut löste sich und er fühlte sich schutzlos und sehr, sehr jung. Er wünschte sich jemanden, der ihn festhielt, während er zu fallen drohte, doch da war nur er selbst. Wie immer. Er seifte sich ein paar Mal ein, schrubbte kräftig, fühlte sich den Tränen nah, die er in seinen Bauch zurück kämpfte, bevor er endlich wieder aus dem Bretterverschlag heraus kam. Draußen wartete Basil darauf, dass er an der Reihe war. "Morgen Tristan", begrüßte er seinen jüngeren Kollegen fröhlich, aber dann bemerkte er die rotgerubbelte Haut. "Was ist dir denn passiert?" "Frag lieber nicht", murmelte Tristan und versuchte sein Gesicht so ruhig wie irgend möglich dabei zu halten. Er schenkte Basil ein gequältes Lächeln, was dem nicht geheuer vorkam, denn sonst war das Gesicht seines Kollegen eher maskenhaft neutral. "War wieder was mit der Höhle?", erkundigte er sich, Tristans Bitte zu Trotz. Die hatte Tristan ganz vergessen, ebenso wie den Auftrag seines Vaters. Den 'Lebendigen Geist', der andere Geister verstümmeln konnte. "Oh nein!", flüsterte er. "Was denn?" "Ich habe etwas Wichtiges völlig vergessen." Basil sah ihn mitfühlend an. "Sehr schlimm?" Das war eine gute Frage, wie Tristan fand. Er konnte noch gar nicht beurteilen, ob es schlimm war, oder nicht. "Ich weiß es noch nicht. Danke, dass du mich erinnert hast, Basil." Anschließend lief er zu seinem Zelt und pellte sich aus seinem Bademantel, bevor er in seine Arbeitssachen schlüpfte. Ich kann das. Ich kann das, weil ich es muss. Marc hat nicht das Recht mich zu verletzen. Und ich darf nicht verletzt sein. Es ist vorbei. Ich muss an meine Pflichten denken. Irgendwie versuchte er, zwischen seinem Gefühl des Abgestoßenseins, dem Denken an seine Arbeit und Verpflichtungen, noch einen Platz für seine Suche nach diesem "Lebendigen Geist" zu finden. Eins hatte ihn die Erfahrung mit Marc wenigstens gelehrt: Niemals eine Person so nahe an sich heranzulassen, das sie ihn verletzen konnte und sich besser um Dinge zu kümmern, von denen er etwas verstand. Liebe gehörte nun nicht gerade dazu, ebenso wenig der Umgang mit einer misslungenen Liebesnacht. Er betrachtete sich im Spiegel. Seine Haare waren lang geworden seitdem er hier angekommen war, lang und hell. Das war ein seltsamer Kontrast zum Gold seiner Augen, in denen er Zorn und Scham entdeckte. Nicht gerade die besten Gefühle, um sich von seinem Körper lösen zu können. Langsam atmete er ein und aus, entspannte seine straffen Muskeln. Er fühlte, wie die Emotionen herausflossen, einen Fluss zu seinen Füssen bildeten. Es fühlte sich gut an, all diese wirren Gedanken hinter sich zu lassen und einfach nur zu sein. Er streckte seinen unsichtbaren Finger aus und griff nach seiner Reiseebene, die ihm offen stand, als er fast schmerzhaft wieder in seinen Körper gepresst wurde. Arme hatten sich von hinten um ihn gewickelt. "Morgen", murmelte Marc heiser in sein Ohr und knabberte dann am Ohrläppchen. Mit einem Ruck und einer unwilligen Schulterbewegung, befreite sich Tristan schnell. "Berühr mich nie wieder!" hisste er, erstaunt über seine eigene Reaktion. Er wurde mit Marcs erst erstaunten, dann verletztem Gesicht konfrontiert. "Tris, was ist denn...?" Tristan wich zurück und wehrte die suchenden Hände ab, die Marc nach ihm ausstreckte. "Und nenn mich nicht Tris!" Marc wurde wütend, seine Augenbrauen senkten sich tiefer. "Hey, was soll das? Ich dachte, nach gestern Nacht..." "Was?! Was dachtest du nach letzter Nacht?" Tristan funkelte seinen Sexpartner kalt an. Er fühlte, wie tief in ihm der Wunsch brannte, Marc weh zu tun, ihn zu verletzen, all die beschämenden Eindrücke und Gefühle weiter zu geben damit er wieder frei davon sein konnte. Er spürte, wie sich seine unsichtbare Hand daran machte, in Marcs Kopf vorzustoßen, die Schichten von sorgsam aufgebauter Selbstachtung und Lebensphilosophie zur zermürben, um danach den wichen, bröckeligen Kern zu zerquetschen. Entsetzt über sein eigenes Verhalten, wich er noch weiter zurück, doch seine Augen funkelten weiter. Er genoss den Gedanken, diesem Mann zu schaden, zu zerstören und triumphierend auf die Reste zu blicken. Was ist mit mir los? So kenne ich mich gar nicht! "Ich dachte...", begann Marc, sich wieder an Tristan drängend der ihn dann wegstieß. "Du solltest besser gehen!" "Wir hatten Sex, verdammt noch mal! Was hast du denn? Du benimmst dich, als ob du mich hassen würdest." Tristans Stimme war eiskalt: "Das tue ich gerade." "Was zum Teufel?! Ich hab dir doch gesagt, dass ich dich liebe, was ist denn plötzlich mit dir los?" Die goldenen Augen brannten in kaltem Feuer, in Tristans Kopf kämpfte er um die Beherrschung des Drangs, einfach zu zuschnappen und Marc zu zerstören und dann redete er so etwas. Er versuchte die Kräfte zurück zu rufen, doch es war, als ob man einen bissigen Hund den Maulkorb abgenommen hatte. "Du liebst mich? Nein, du liebst, dass ich dem Mann so ähnlich bin, nach dem du dich sehnst, weil du nie über ihn weggekommen bist. Lügner, du betrügst dich selbst. ", zischte er, wütend über sich selbst und Marc. "Willst du wissen, was du mir angetan hast? Ich zeige es dir!" Sprachlos sah Marc seinen Liebhaber an, während Tristan ihm alle Erniedrigung und Schmerzen aufzwang, die Marc ihm angetan hatte. Marcs Mund öffnete sich, ohne einen Laut von sich zu geben und seine Augen weiteten sich immer mehr, bis Tristan seine telepathischen Finger zurück zog und die Oberhand über seine Kräfte gewann. Entbürdet holte er tief Luft. Marc hingegen begann zu wimmern wie ein kleines Kind. "Mom... ! Mom!" Tristan grollte wütend, das Gold seiner Augen war hell, fast gleißend gelb. "Ach, halt die Klappe. Es war nicht einmal schlimm, was ich mit dir gemacht habe. Ich hätte es schon gestern Abend mit dir tun sollen." Wut brodelte wieder hoch, die zusammen mit Scham seine Mauern bröckeln ließ. "Wenn ich Nein sage, dann meine ich es." Marcs Augen hatten die ganze Zeit nicht einmal geblinzelt, als hätte er Angst, dass in diesem Augenblick etwas Furchtbares geschehen konnte. Mit einem nachdenklichen, aber nicht sonderlich freundlichen Lächeln, betrachtete Tristan ihn und schüttelte leicht den Kopf. "Ich sehe ein, dass ich dich nicht so zurücklassen kann." Er drang noch einmal in Marcs Gedankenwelt ein, sah wie Marc versuchte, den zudringlichen Mann, der ihm Sex aufzwingen wollte, von sich zu schieben. Immer und immer wieder. Mit einen tiefen Gefühl der Befriedigung löschte er die Bedrohung und Marcs Geist kam wieder zur Ruhe, doch sein Körper gab nach. Der Mann sank auf die Knie und verbarg seinen Kopf in seinen Armen. Mitleid war immer noch nicht Teil von Tristans Emotionen, als er seinem Liebhaber erklärte: "Es ist vorbei, verstehst du? Bleib mir einfach fern, dann hörst du nie wieder was von mir. Leb wohl... Marc." Tristan verließ sein Zelt und fuhr sich müde über seine Augen, bevor er wieder in seine perfekte Maske schlüpfte. Was habe ich getan?! Entsetzen über sich selbst erfüllte ihn. Er hatte seinen Schwur gebrochen und einem Menschen geschadet. Er war ausgerastet, hatte die Kontrolle verloren. Schwach...ich bin verdammt schwach. Ich bin zu gefährlich, um subjektiv sein zu dürfen. Wem mache ich was vor? Ich bin einfach zu gefährlich, punkt. Abscheulich. Hassenswert. Unnatürlich... Es hätte mich niemals geben dürfen. Dennoch tat es ihm nicht leid, was vielleicht das Schlimmste war. Er konnte nicht das Mitleid für Marc aufbringen, was im Grunde seiner Rolle in der Welt zustehen würde. Er flüchtete in sein Arbeitszelt, wo er auf einen Stuhl fiel, sein Gesicht in seinen Händen vergrub und auf die Tränen wartete. Kein Yan war da, der ihm, wie sonst immer, versichern würde, dass es nicht so war und dass er doch immer versuchen würde, den Menschen zu helfen. Yan wäre es möglich ihn zu trösten, denn er kannte Tristan, besser als die meisten Leute. Niemals würde man ihm sagen müssen, dass sein Freund nicht normal war, oder unter schrecklichen Komplexen litt. Yan wusste so etwas. In diesen Augenblick begannen die Tränen zu fließen und er vermisste seinen besten Freund mehr als je zuvor. Nicht als Geliebten oder als potentiellen Partner, nein, einfach als Menschen, der ihn einfach, ohne Erklärungen kannte, unterstützte... und tröstete. Er schluchzte nicht oder quengelte, die Tränen liefen einfach und landeten auf dem staubigen Boden, Schwarz gegen das Ocker. Basil betrat das Zelt und erstarrte, als er Tristans verheultes Gesicht sah. "Tristan....", begann er, sehr leise. Mit einem kleinen Schreck sah Tristan auf. Er war so mit einem Selbstmitleid beschäftigt gewesen, dass er Basil nicht bemerkt hatte. "Ist schon vorbei. Hast du mich gesucht Basil?" "Ja, da ist eine Nachricht aus England für dich gekommen. Es klingt ernst, du solltest sie wirklich lesen." Nach ein paar Atemzügen hatte sich Tristan wieder gefangen. "Ich komme." Als sie zum Zelt gingen, in der die Funkgeräte standen, fragte Basil: "Ist die Nachricht wegen dem, was du heute Morgen vergessen hattest?" Tristan nickte und wunderte sich selbst, wieso diese Nachricht so passend kam. Vielleicht hatte St.Clair nachgeholfen? Der wusste meistens sehr viel besser, wie es um seinen Sohn bestellt war, als Tristan es vermutete. Die Nachricht beinhaltete tatsächlich eine Bitte der englischen Behörden an Tristan, ihnen bei der Aufklärung einer Mordserie behilflich zu sein. "Sie haben schon einen Platz nach London für mich gebucht. Und sie schicken einen Wagten der mich abholen soll - heute noch.", wiederholte Tristan den Inhalt als er fertig gelesen hatte, für Basil und Reggie, die am Zelt auf die beiden gewartet hatte. "Das heißt, du gehst?", fragte Reggie traurig. Als Tristan bejahte, verdüsterte sich ihr Blick. "Liegt es an diesem aufdringlichen Arschloch Marc?" Erstaunt hob Tristan die Augenbrauen. "Arschloch?" "So wie der dir nachstellt, kann ich verstehen, dass du gehen willst." "Es liegt zum Teil an ihm, aber auch daran, dass ich in England gebraucht werde." Als er seine beiden Freunde betrachtete, merkte er erst, dass er sie vermissen würde und dass ihm in Ägypten mehr als nur seine zweite Entjungferung zuteil geworden war. "Ich werde euch beide vermissen", gab er zu. "Ihr habt mich akzeptiert, wie ich bin. Ich war nichts Besonderes hier. Vielen Dank." Reggie umarmte ihn und Basil schien betreten. Dieser Abschied fiel Tristan schwer. Als er sein Zelt betrat, um seine spärliche Habe zusammenzupacken, lag Marc auf seiner Pritsche und wirkte immer noch verstört. Ohne ihn zu beachte, auch um seiner Wut keine Chance zu geben, die Kontrolle über seine Kräfte erbeut zu ergreifen, begann Tristan die Sachen aus dem Schrank in den Koffer zu falten. "Was hast du mit mir gemacht?" krächzte Marc unvermutet. Tristan hielt ein und überlegte einen Moment, ob er seinen Liebhaber ignorieren sollte. Doch dazu bestand keine Notwendigkeit mehr, er würde Marc sicher nie wiedersehen. "Ich habe deinen Verstand manipuliert, mich in dein Bewusstsein geschlichen und dort herumgestöbert, Ängste wahr gemacht", erklärte er ruhig. "Ich hatte erst vor, deinen Kopf unbrauchbar zu machen, aber dann fiel mir mein Schwur gegenüber den Menschen wieder ein." Er packte ruhig weiter, wobei er aber geradezu körperlich spüren konnte, wie Marc versuchte zu verstehen, welche Ungeheuerlichkeiten ihm Tristan gerade offenbart hatte. Am besten versteckte man die Wahrheit unter Belanglosigkeit, hatte Tristan mal von seinem Vater gelernt. Vielleicht stimmte das ja ausnahmsweise mal? "Du...", wisperte Marc. Es war ein Mischung aus Frage und Feststellung. "Ja, ich." "Wie?" Das Lächeln auf dem schönen Gesicht von Tristan war herzlos und voller Hohn. "Ich kann es, das ist alles." Er schloss den Koffer und trat neben die Liege, blickte hinunter auf den Mann, dem er zuviel Macht über sich eingeräumt hatte. "Dank dir weiß ich jetzt, dass ich niemanden an mich heranlassen darf. Danke, mein lieber Marc." Innerlich fühlte er sich leblos und hatte seine Kräfte fest im Griff. Sie fühlten sich gehorsamer an, als je zuvor in seinem Leben. Er hatte sie im Griff und nicht umgekehrt. "Leb wohl", fügte er beinahe sanft hinzu, dann schnappte er sich sein Gepäck und verließ das Zelt. Marc sah ihm hinterher und stellte fest, dass er den schönen, kalten Mann mehr liebte, mit jedem Schritt, den er sich entfernte. Dieser Abschied fiel Tristan leicht. Als der Wagen Tristan durch die Wüste in Richtung Flughafen fuhr, starrte er blind vor sich hin. Er floh. Er lief davon, oder nicht? Er hatte sich dem Konflikt einer Beziehung nicht gestellt, sondern seine Kräfte genutzt um sich zu rächen. Das war nicht gerade eine Glanzleitung gewesen. Andererseits war er unendlich erleichtert, aus der Enge des Camps zu entkommen, Marcs Frage und den Erinnerungen. Er hatte Basil und Reggie seine Adresse gegeben und sie ihm ihre, so dass sie in Kontakt bleiben könnte, wenn der Fall erst einmal gelöst war. Basil hatte erklärt, es gäbe eine andere interessante Grabungsstätte in El-Maadi, wo Tristans Talent gebraucht werden könnte. Darüber würde er aber nachdenken, wenn er im Flugzeug saß. Jetzt erst einmal musste er sich stark machen, denn St.Clair war auf dem Hintersitz des Jeeps erschienen. "Du wirst Yan wiedersehen", hatte der Geist ihm provokant eröffnet. "Das muss nicht geschehen. Er ist in Oxford, ja, aber ich muss ihn ja nicht treffen." Tristan hatte versucht möglichst neutral auszusehen. Zum Glück half ihm die Sonnenbrille dabei. "Oh doch, du wirst ihn wiedersehen", hatte St.Clair gesagt. "Du hast gar keine Wahl. Der Geist, den du neutralisieren musst, ist dabei Yans Freundin anzuvisieren." Unwillkürlich hatte sich Tristan im Sitz versteift und der Fahrer hatte sich erkundigt, ob ihm schlecht war. Also hatte er das Gespräch auch auf den Flug verschoben. "Er will Yans Freundin?", wisperte Tristan später, als er alleine in seiner Reihe saß. "So ist es. Sie ist sehr einfach zu beeinflussen und hat sich dem Geist schon teilweise geöffnet", erklärte St.Clair, dabei beäugte er das unangerührte Essen seines Sohnes. "Was soll ich tun?", wunderte sich Tristan kleinlaut. "Ihn beobachten, die Menschen schützen. Du kannst ihn nur in einem Körper versiegeln, der diesen Geist vollkommen absorbiert hat, verstanden?" Nachdem er leise geseufzt hatte, nickte Tristan und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Er würde Yash wiedersehen, nachdem er mehr als in einer Hinsicht vor seinen Empfindungen geflohen war. Aber ich fliehe ja immer vor meinen Gefühlen. So war es schon immer... Yan... "Er wollte mich nie wieder sehen...", erinnerte er sich. St.Clair beruhigte ihn: "Das ist lange her. Er wird sich sicher freuen, dich zu sehen, Er hat seiner Freundin viel von dir erzählt und sie sogar deiner Mutter vorgestellt." Erstaunt blinzelte Tristan. "Wirklich?" "Ja. Es kann sein, dass er seine Freundin verliert. Nur du kannst ihm helfen, Tristan." Bitter verzog sich Tristans Mund. "Wie immer." St.Clair legte ihm sanft eine prickelnd kühle Hand auf die Schulter. "Ja, wie immer. Du bist trotz allem sein Freund, handle auch danach." Mit einem genervten Schauben wandte sich Tristan ab und schlang seiner Arme um sich. Er sah aus dem kleinen Fenster, in dem er sich spiegelte, weil es draußen dämmrig war. Sein Gesicht wirkte angespannt und traurig. "Ich weiß nicht, ob ich bereit bin, Yan wieder zu sehen", gestand er, doch sein Vater war verschwunden. Typischerweise immer dann, wenn Tristan gerade glaubte, er könne auf den Geist zählen. Er zog die dünne Decke, die man ihm zu Verfügung gestellt hatte um sich und begann sein strahlendestes Lächeln für Yans zu üben. Seine undurchdringlichste Maske aufzulegen und sein Herz mit Kälte gegen den Anblick der Frau in Yans Leben zu härten. Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, war er eingeschlafen, das gefälschte Lächeln sicher auf dem Gesicht vereist. |
| Ende |
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