NEFYRN
An jenem Morgen
Disclaimers: Die Charaktere die hier auftauchen beruhen auf realen Personen. Die Geschichte ist jedoch reine fiction und hat nichts mit den tatsächlich existierenden Personen zu tun. Es ist nicht meine Absicht damit irgendjemanden, irgendwas zu unterstellen! ^^ Shota und Kyoshi sind frei erfunden, da ich zwar weiß, DASS Takehito verheiratet ist, aber keine Ahnung habe, wie seine Frau wirklich heißt ^^ Pairing: Shin’ichiro x Hiro ~*~*~*~ Gähnend lehnte sich Tomokazu zurück und streckte seine Glieder in alle Richtungen. „Okay ich denke das war es...“ „Ich auch... gute Arbeit, minna-san!“ Takehito war nicht minder müde, als seine Kollegen. Er war froh endlich mit dem Programm und den neuen Songs fertig zu sein, obwohl ihm das alles immer sehr viel Spaß gebracht hatte. Shin’ichiro lümmelte sich auf die Fensterbank und sah schlaftunkend in die rabenschwarze Nacht. Hiro hatte sich irgendwann mitten im Zimmer auf den Boden fallen lassen und saß nun da. „Wenn ihr nicht bald was unternehmt, penne ich ganz!“ „Du darfst ja“, murmelte Tomo und streckte sich erneut, „Ich muss jetzt endlich fahren!“ „Selbst Schuld! Du nimmst auch einen Job nach dem anderen an!“ „Falsch Miki-kun ich werde immer wieder verlangt im Gegensatz zu Dir“, grinste der Angesprochene Shin’ichiro an. Shin’ichiro selbst war zu müde um frech zu werden. Er blinzelte zu Takehito, der nach dem Geländer der Treppe angelte und sich hochzog. Er wollte ins Bett. Shin’ichiro wusste allerdings, dass wenn er jetzt folgen würde, er nicht schlafen könnte und infolge dessen den gesamten Tag unausstehlich müde sein würde. Das hatten die anderen nicht verdient. Er stand auf und schnappte sich seine Jacke vom Haken während Tomo seine sieben Sachen zusammensammelte und was davon murmelte, dass er morgen Abend wieder da sein würde. Hiro blickt auf. „Wohin des Weges, Miki-kun?“ „Nur etwas spazieren damit ich später besser schlafen kann!“ „Das ist eine gute Idee... ich komme mit!“ Takehito drehte sich auf der Treppe um. Er sagte etwas von Taschenlampe und Dunkelheit und vorsichtig sein, aber das ging in seinem Gähnen unter. Trotzdem war Hiro ungefähr klar was er meinte und schnappte sich ein Licht. Die Hütte im Hidagebirge gehörte Takehito selbst. Sie war abgeschieden, hatte zwar Strom und fließend Wasser, aber kein Telefon und die nächsten Nachbarn waren weit weg. Hierhin zogen sie sich gerne zurück, wenn sie arbeiteten. Hier war „Weiß Kreuz“ entstanden und die meisten ihrer Songs, sowie jetzt das Programm für die kleine Tour, die sie machen wollten. Hier hatten sie auch schon oft geübt, sich hin und wieder gezofft oder auch einfach mal ein paar Tage frei genommen. Immer weniger war Tomo gekommen, aber die anderen hatten viel Spaß zusammen. Wanderungen hatten er und Hiro schon öfters unternommen. „Lass uns mal da längs gehen, da waren wir noch nie!“ Shin’ichiro nickte. Der Weg sollte zu einem alten Schrein führen, hatte Shota, Takehitos treusorgende Ehefrau irgendwann einmal erzählt. Dort gewesen waren sie allerdings noch nie. Das herab gefallende Laub knisterte unter ihren Füßen. Der Herbst war seit ein paar Tagen angebrochen. Es war merklich kühler geworden und das Laub hatte sich in seine schönsten Kleider geworfen, bevor es in einem Todeswalzer zu Boden sank und dort die Erde mit einem bunten Teppich bedeckte. Hiro liebte diese Jahreszeit. Wenn am Morgen der Tau auf den Wiesen glitzerte, wie tausend Diamanten und der rote Feuerball am Himmel erschien, ging er oft hinaus und badete in dem frühen Nebel. Es hatte keinen Sinn, er tat es einfach, weil es ihn beruhigte. Der Weg ging bergauf. Nach einer Weile bog er nach links ab und führte nun eher horizontal am Berg entlang. Noch war es Nacht, aber bald würde Mutter Sonne auftauchen und alles in rot streichen. Plötzlich endete der Weg. Verwirrt sah sich Shin’ichiro um. Das Wort „Schrein“ war doch etwas übertrieben. Alles was sie vor sich sahen, war ein alter Stein mit eingemeißelten Buchstaben, die eher nach keltisch, als nach japanisch aussahen. Enttäuscht drehte er sich um. „Das war’s wohl“, meinte er. In diesem Augenblick stahlen sich die ersten Strahlen durch die Bäume und warfen ihren rötlichen Schimmer auf die beiden Männer. Shin’ichiro kniff die Augen etwas zusammen. Durch die Morgenröte sah es fast so aus, als strahle Hiro, ins besondere seine dunkeln Augen. Mit einem Mal wurde sich Shin’ichiro bewusst, wie gutaussehend sein Kollege eigentlich war und warum ihm so viele Mädchen nachliefen. Er war nicht schlecht gebaut, wie man unter dem Shirt erkennen konnte, dass im übrigen eine genaue Nachbildung von Omis braunem Oberteil aus der Weiß Kreuz Serie war, dementsprechend offen. Sein Gesicht war hübsch, jugendlich trotz seiner dreißig Jahre und die dunkeln Augen waren größer als bei den meisten Japanern. Hiro bemerkte den seltsamen Blick und fühlte sich leicht unbehaglich. Im frühen Licht, schimmerten Shin’ichiros blonden, lockigen Haare rötlich und umgaben sein Gesicht, wie einen Feuerkranz. Hiro musste ohne, dass er sich dessen bewusst war an einen Engel denken. Ihm war das irgendwie peinlich und er räusperte sich. „Lass uns zurückgehen... Takehito wird sich schon Sorgen machen und...“ Mit den Worten hatte er sich umgewandt und wollte gehen. Doch zwei Arme schlossen sich von hinten um seine Brust und hielten ihn sanft, aber bestimmend zurück. Shin’ichiro hatte sein Gesicht an Hiros Hals gepresst und seine Wimpern kitzelten ihn. „A-a-a-aber... Miki-kun… Du…”, versuchte Hiro sich zu wehren, doch im Grunde genommen wollte er das gar nicht. Er bog seinen Kopf nach hinten und seine Lippen berührten wie zufällig die braungebrannte Haut, die noch ein wenig von Sommer erahnen ließ. Hiros Beine knickten ein und er spürte, wie das vom Morgentau feuchte Laub seine Jeans durchnässte, aber ihm war es egal. Ihm war es auch egal was er tat, als sich die beiden Münder berührten und sie in einen tiefen Kuss versanken. Hiro war unfähig zu sprechen, fast zu atmen, als ihn Shin’ichiro auf den nachtkalten Boden drückte, seinen Hals liebkoste. „Ich schlafe, ich träume“, schoss es Shin’ichiro durch den Kopf. Er wusste nicht mehr was er tat, er hatte keine Gewalt über sich. Seine Hände flogen über Hiros weiße Haut und beeilten sich allen Stoff von ihr zu entfernen, während die aufgehende Sonne ihr Spiel beobachtete. Schon bald hoben sich zwei weiße Körper vom rotbraunen Untergrund des Laubes ab und liebkosten sich, als wäre es nie zwischen ihnen anders gewesen. Hiros Gesicht war vor Erregung gerötet, seine Schenkel bereitwillig geöffnet. Es war heiß... zu heiß, zu erotisch um diesen Anblick unberührt zu lassen. Shin’ichiros Herz raste in seiner Brust, als sie miteinander verschmolzen. Verräterische Laute erfüllten die Morgenluft und mischten sich unter das Gezwitscher der Vögel. Aber wer sollte sie hören? Sie waren irgendwo im Wald in den Hidabergen, einer einsamen Gegend, wo nie ein Mensch hinkam. Selbst wenn sie nicht alleine gewesen wären, wäre die Ekstase stark genug gewesen, dass sie sich nicht darum gekümmert hatten. Schließlich erfüllte ein doppelter Schrei den Wald, und dann herrschte zufriedene Ruhe. ~*~*~*~ „Es hört sich wirklich nicht besonders gut an! Du solltest die Aufnahmen morgen absagen!“ „Shota Du bist lieb, aber lass uns erst mal bis morgen warten ja?“ Takehito dachte gar nicht daran, morgen nicht ins Studio zu gehen, obwohl er zugeben musste, dass seine Stimme wirklich nicht besonders gut klang. Als Seiyuu waren seine Stimmbänder sein Hauptverdienst und er musste sich schonen, trotzdem war er zu aufgeregt und freute sich zu sehr auf die Arbeit mit den anderen, um das abzusagen. Shota schüttelte den Kopf und nahm den kleinen Kyoshi auf die Arme. Der Dreijährige strampelte und gab zu verstehen, dass er lieber bei seinem Vater bleiben wollte, während seine Mutter befand, dass er lieber etwas schlafen sollte. In diesem Moment flog die Tür der Hütte auf und zwei völlig verschwitzte, keuchende Wesen kamen herein, in dessen Haaren sich unzählige Herbstblätter verfangen hatten. Shotas Kinn klappte nach unten. „Miki-kun... Hi-chan... was ist denn mit Euch passiert?“ Die beiden Angesprochenen versteiften sich sofort und verbeugten sich tief vor der Frau ihres Chefs. „Gomen-nasai... wir haben uns... verlaufen!“ kam es wie aus einem Mund. Takehito kniff die Augen zusammen. Die beiden hatten einen recht guten Orientierungssinn, außerdem schien es eher, als hätten sie einen Geist gesehen oder irgendwas anderes hätte sie vollkommen aus der Fassung gebracht. „Na ihr seid ja wieder da!“ „Hai“, entgegnete Shin’ichiro immer noch recht steif, „Mit eurer Erlaubnis... ich glaube ich brauche eine Dusche und dann ein Bett!“ „I-i-i-ich auch“, stotterte Hiro und beeilte sich ebenfalls aus dem Zimmer zu kommen. Shota sah verwirrt ihren Gatten an, aber der zuckte ebenfalls mit den Achseln. Als die beiden „Verlorenen“ später am Abendsbrottisch saßen, wagten sie nicht einander anzusehen. Tomokazu war inzwischen wieder zu ihnen gestoßen, aber hundemüde und sagte kein Wort. Shota bemühte sich eine Unterhaltung aufrecht zu erhalten und Shin’ichiro tat es schon fast leid, dass er keinen rechten Appetit hatte und würgte sich tapfer das Essen rein. Irgendwann erwähnte Hiro den Stein, den sie heute gesehen hatten. „Ach der alte Schrein der verbotenen Liebe!“ lachte Shota. „Bitte wie heißt der?“ Hiro fielen die Stäbchen aus der Hand. „In dieser Gegend gibt es eine alte Sage“, berichtete Takehito, „Angeblich gab es in der Bakumatsu-Ära ein Pärchen, dass aus Kyoto fliehen musste, weil ihre Liebe verboten war. Sie sollen hier im Hidagebirge gelebt haben, sogar ziemlich glücklich, bis ihre Familien ihnen Attentäter auf den Hals hetzten. Einer der beiden kam früh ums Leben, ich weiß nicht mehr wer... und der andere errichtete jenen Schrein um von der verbotenen Liebe zu berichten und zu mahnen. Die Sage erzählt, dass er mit dem Blut des Geliebten den Stein tränkte und der von da an verzaubert war.“ „Er?“ Shin’ichiro horchte auf. „Ja... die beiden waren homosexuell.“ Hiro verschluckte sich und hustete. „Es wird erzählt, dass der Andere im Morgengrauen an jenem Stein starb und einen Fluch aussprach. Die Attentäter sollen über einander hergefallen sein und in der Scham vor ihrer Tat ein elendes Leben gefristet haben. Seit dem soll es allen Männern so gegangen sein, die mit den ersten Strahlen der Sonne den Schrein besucht hatten“, beendete Shota die Geschichte und lächelte in die Runde. Takehito lachte auf. „Aber das ist natürlich nur eine Legende oder wollt ihr mir erzählen, dass ihr miteinander geschlafen habt und deswegen so spät wart?“ Hiro lief knallrot an und Shin’ichiro bemühte sich sein Pokerface zu bewahren. „Nein natürlich nicht“, knurrte er leicht, was die anderen als bloßes ärgern über einen schlechten Witz auffassten. Keiner erfuhr je, dass die beiden den Fluch am eigenen Leib zu spüren bekommen hatten und keiner erfuhr je, warum die beiden von jenem Tag an die besten Freunde waren und alle Geheimnisse teilten. Denn eines war ihnen bewusst: Auch wenn sie normalerweise beide auf Frauen standen... diesen Morgen im herbstlichen Wald im Hidagebirge, würden die beiden nie vergessen... dafür war es zu schön gewesen.

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*verkriecht sich und wartet auf Feedback* ^^;
©Nefyrn2001
 
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