NIKA
Kalte Hand
Die Sekunde der Entscheidung.

Die kalte Hand des Morgens greift nach meinem Herzen, um es zu erfrieren, bevor es bricht, wenn du gehst.
Das Zwielicht bringt Verzweiflung.
Wenn du gehst, dann mach es endgültig.
Schau nicht zurück.
Töte mich mit dem Schließen der Tür.
Vernichte mich ohne Absolution.
Aber, weide dich nicht an meinem Schmerz.

Ich bitte Dich nicht, ich befehle es dir.

Erledige mich mit einem Schritt, verlasse mich.
Doch niemals sollst du mein Leiden erblicken.
Das will ich nicht.

Ich will es spüren, das Morgenlicht, das mich zerbricht, deine Schritte, die mich zerreißen.
Wie du mich verlässt, das möchte ich spüren.
Und dann nie wieder irgendetwas.

Nur noch die kalte Hand des Morgenlichts.

Sie wird nach mir greifen.
Diese Hand wird in meinen Brustkorb gleiten und den Eisklumpen vorfinden, der sich einst mein Herz nannte.

Das letzte Fünkchen Wärme, das von deiner Berührung verblieben ist, wird von dieser Berührung ausgelöscht, das letzte Beben mit sanfter Kälte gestillt.

Wenn ich dich höre, rieche, wie du dich anziehst, dich von mir entfernst, entgleitest...dann sehne ich mich nach dem Morgenlicht.
Und der kalten Hand des Endes.
 
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