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Original
Flüchtlinge in der Nacht - Prolog
Nika

Die Luft roch nach Sex. Das Sperma an ihren Körpern wurde erst kalt und trocknete langsam.
Ihre schweren Atemstöße wurden langsam ruhiger, die beschlagenen Scheiben ließen das Licht von draußen nur gedämpft herein. Irgendwie war es ekelig und euphorisierend zu gleich, dieses Nachglühen.
"Ich liebe dich..." flüsterte eine Stimme.
"Das tust du nicht. Machen wir uns doch nichts vor. Das hier war Sex, nichts anderes. Schließlich bist du verheiratet."
"Was sagst du?" der Zweifel und Schock waren deutlich in der Stimme zu vernehmen.
"Tu nicht so. Nachher wirst du zu ihr zurückkehren und alles wird so sein wie es immer war. Du wirst vergessen, dass es Sex mit mir gegeben hat. Und so wird es gut sein."
"Niemals!" kam eine empörte Erwiderung.
"Lüg nicht. Du weißt es noch nicht, aber es ist so."
Ärger und Enttäuschung breiteten sich im Raum aus, wo vorher Schreie der Lust die Stille zerrissen hatten.
"Das kannst du gar nicht wissen." kam eine trotzige Stimme "Ich bin anders als du denkst!"
"Dann schicke ich dich zurück. Meinst du nur weil du deinen Schwanz in meinem Arsch hattest sind wir nun Romeo und Julia?"
Stille legte sich in jeden Winkel des Raumes und der Gefühle.
"Dann hatten wir nichts?"
"Nein."
"Und..diese Nacht bedeutet gar nichts?"
"So ist es. Nichts, nur ein wenig Ficken. Sieh mich als einen One-Night Stand an. Einer wie so viele."
Tränen brannten in den Augen von beiden, aber keiner mochte es zugeben.
Verkrampfte Linien um den Mund, beleidigtes Gesicht...dann:
"Ich gehe dann besser."
"Genau."
Er wollte nur weg...egal, wie ekelig es sich nun anfühlte, die Reste ihres Liebesaktes an sich zu spüren.
Liebesakt... Bestimmt nicht.
Seine Kleidung klebte an ihm, als er sich zum Gehen wand.
Plötzlich schien der Mann auf dem Bett zu zittern, ein Schluchzen zu unterdrücken.
"Ich gehe dann..."
"Okay.." kam ein raues Flüstern.
Doch er konnte nicht. Er schmiss sich auf die Matratze und umarmte den anderen Mann beinahe brutal von hinten.
"Wein nicht. Ich kann dich nicht verlassen."
"Geh. Es wird nie funktionieren...", schluchzte der andere verzweifelt.
"Nur, wenn du nie wieder weinst."
"Nie wieder?"
"Nie wieder!"
Der andere drehte sich um und verschlang ihn in seinen Armen. Die Stille, die nun folgte, war wie ein seidenes Band, das die beiden langsam einschloss, in sanfte, aber beständige Fesseln.

   

 

 

 

 

 
     




 

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