bibliothek galerieschreibtippslinksharris collegescanlationetc

kontakt :: gästebuch :: home

 

 

 

originale
 
fanfiktion
 
gastautoren
 
harris college
 
challenges
 
buchregal

 

 
Original
Begegnung in London
Nika & Yavia



Disclaimer: Wendy Pini gehört sich selbst

Die Gänge des Gebäudes waren relativ leer. Schilder an der Decke wiesen auf die Raumnummern hin, eines auf den Weg zur Mensa. An den Wänden hingen Poster, forderten auf, mal wieder einen Blick in die Sternenwarte zu werfen oder Seminare zu besuchen. Genau das hatte er vor und blieb stehen um den Zettel hervorzuholen. Mit ausdruckslosem Gesicht las er, wo die Vorlesung stattfand und sah sich dann um, wohin er denn gehen sollte. Nachdem er sich ziemlich sicher war, schon in der richtigen Etage zu sein und auch die Raumnummer entdeckt hatte schmunzelte er. Der Text auf dem Flyer war kurz und knapp. Das ließ ihn lustig erscheinen.

"Besuchen sie die Vorlesung "Elfen: Magie Mythen und Wahrheiten" von Robert Kirk mit Wendy Pini, der Expertin für Elfen und deren Magie, als Gastdozentin. Kommen Sie am..."

Chris setzte seinen Weg fort und ließ den Arm mit dem Zettel wieder sinken. Belinda fand schon merkwürdige Sachen auf ihrer Uni in Dublin. Er solle hier mal hingehen, hatte sie gesagt und ihn dazu angehalten, bevor er die Lösung für sein Problem fand und sich freudestrahlend von dannen machte, wenigstens noch mal Tschüss zu sagen. Kurz lachte er auf, viel versprach er sich nicht davon, hier her zu kommen. Außer vielleicht, dass London nicht gerade der sicherste Ort für ihn war. Sich hier aufzuhalten glich schon eher einer Selbstmordaktion. Aber da er ohne Probleme die Grenze passieren konnte hatte er auch mehr vertrauen in Patricias Argument, sie hielten ihn doch eh für tot.
Am Eingang lagen Broschüren aus und er nahm eine auf, warf einen Blick hinauf. Gesammelte Ereignisse über Elfen und deren Fähigkeiten. Vor der Tür blieb er einen Moment stehen und öffnete sie dann um hinein zu schlüpfen.

Der Hörsaal war zum Pult hin gut gefüllt, der Rest lichtete sich. An dem Pult stand ein schlaksiger Mann mit einer runden Brille und dunklen Haaren, der mit einer ruhigen Stimme und kleinen Gesten ausführte, während Chris sich schnell auf einen freien Platz setzte, um nicht zu stören:
"...dazu zählen auch die Sidhe. Diese Form von Elfen war hochgewachsen, wohlgestaltet und naturverbunden, so dass diese Art am ehesten den Vorstellungen meiner Gastdozentin nahe kommt.
Die Sidhe waren grundsätzlich den Menschen wohlgesonnen, aber konnten auch gefährlich werden, wenn sie verärgert waren. Ihre Magie beinhaltete vor allem in die Zukunft sehen, das Wachstum von Pflanzen zu beeinflussen, in guter als auch schlechter Hinsicht, und Unsterblichkeit.
Das Motiv der Unsterblichkeit findet sich auch bei den meisten anderen Geistern in der nordischen Mythologie wieder.
Auch bei den Elfen von Mrs. Pini spielt die Unsterblichkeit oder das fehlen eben jener, eine wichtige Rolle.
Ebenso kommen Parallelen zu den klassischen Geistern der nordischen Mythologie durch die Fähigkeit ihrer Protagonisten zum Form-Wandeln zum Vorschein.
Mrs. Pini wird nun einige Aspekte ihrer Arbeit vorstellen",
Neben ihm übernahm eine Frau, die mit amerikanischen Akzent sprach, den Vortrag. Sie trug eine rosafarbene Bluse mit Längsstreifen und eine geblümte Weste darüber, wohl beides aus Polyester. Die Bundfaltenhose war schwarz. Ihr blondes Haar war schulterlang, glatt und nach innen gerollt; ebenso war sie stark geschminkt.
„Ladies und Gentlemen, alles begann als ich noch jung war. Schon damals interessierten mich die Märchen mit Elfen. Später faszinierten mich auch die Wesen in Shakespeares Werken sehr, somit habe ich bei meinen Nachforschungen besonderes Augenmerk auf die vor allem im Norden Europas bekannten Sagen und Erzählungen gelegt. Wenn wir von Elfen reden, dann reden wir gerade in diesen Gebieten gleichzeitig von Fähigkeiten, wie Illusionen, Gestaltwandel, Fliegen oder allgemein gesagt: Unsterblichkeit. Wie auch in der Broschüre erwähnt, bin ich vor allem in der Sagenwelt von Island und Irland fündig geworden“, sagte sie.
Chris senkte den Kopf und schlug die Broschüre auf. Die Person neben ihn, blickte ihn an und er wandte ihr daraufhin den Kopf zu.
Ein zerbrechlich wirkender, großer, junger Mann in Anzug mit goldbraunem kurzem Haar und goldenen Augen.
Chris hielt inne. Er hatte noch bei keinem Menschen goldenen Augen gesehen.


Nachdem Robert Kirk und Wendy Pini alle begrüßt hatten, hatte Tristan einen Blick in die Broschüre geworfen und fragte sich, ob er hier etwas über übernatürliche Fähigkeiten aller Art und deren Herkunft erfahren konnte. Yan war an dieser Veranstaltung so desinteressiert gewesen wie an der Generalversammlung in der Firma seines Vaters, dass er diesmal allein unterwegs war. Er wollte nach der Vorlesung einen wahrscheinlich betrunkenen Yan in einer Art Bar abholen, wo der sich in der Zwischenzeit vergnügte. Er hatte den Kopf darüber geschüttelt und folgte nun wieder dem Vortrag der darauf zielte, Fähigkeiten von Elfen aufzudecken und zu erklären. Glaubte er überhaupt an Elfen? Warum nicht, wenn es Geister und andere Wesen gab, Menschen mit Fähigkeiten, warum sollte es dann keine Elfen geben? Es war ihm eigentlich egal, denn die Beschreibungen der einzelnen Fähigkeiten waren ihm wichtiger. Falls es für ihn langweilig werden sollte hatte Tristan sich schon mal vorsorglich in die vorletzte Reihe gesetzt. Rechts von ihm war ein Platz frei, neben ihm in der Reihe saß ab und zu jemand, hinter ihm eher nicht so viele. Er blickte auf den Mann im Trenchcoat vor sich, der sich lautstark langweilte. Das tat er gedanklich, aber für Tristan war es genauso gut zu hören, als wenn der Mann sich lautstark beschwert hätte. Wenn der Typ sich langweilte, sollte er gehen und ihn nicht mit seinen Gedanken nerven. Tristan konzentrierte sich wieder auf den Mann, der Vorne sprach und die sehr amerikanische Frau daneben.
Ein Mann setzte sich neben ihn und er bemerkte ihn nur, weil er dabei ein Geräusch mit dem Stuhl verursachte. Nach einiger Zeit fiel ihm etwas Ungewöhnliches auf. Der Mann neben ihm hatte keine Gedanken. Als zweite Eingebung: Er kann seine Gedanken verbergen.
Daraufhin musterte er den Fremden ausgiebig.
Der Mann war nicht sehr groß, hatte weiße Haare und blickte ihn nach einer Weile mit gelben Augen durchdringend an. Er schien nicht viel älter als er selbst, vielleicht 33 Jahre.

Chris empfing merkwürdige Gefühle von dem Mann, aber keins deutete darauf hin, dass er gefährlich war. Dennoch war etwas Merkwürdiges an ihm. Er stieß deutlicher darauf, als er versuchte dessen Gedanken zu lesen. Er konnte ohne größere Anstrengung keinen Zugang erlangen und beugte sich vor. Zwar gab es kein Erkennungszeichen dafür, dazu war es zu fremd, aber trotzdem fragte er leise:
„Sind wir verwandt?“

Tristan war darüber ziemlich verwirrt, diese Frage hatte er nun wirklich nicht erwartet. Wie konnte der Mann das meinen? Was meinte er mit verwandt? Seelenverwandt? Wenn er dessen Gedanken lesen wollte, dann musste er dessen Mauer durchbrechen und sein Gegenüber würde es merken. Der Fremde war telepathisch begabt und hatte bei dem Versuch, Tristans Gedanken zu lesen, zwar keinen Erfolg gehabt, aber einen Eindruck recht großer Kraft gegeben. Wenn er es intensiver versuchen würde, wäre es ihm vielleicht möglich, seine Gedanken zu lesen.
Der Mann wich wieder zurück und Tristan entspannte sich daraufhin ein wenig. Er wirkte gefährlich auf ihn und Vorsicht war sicher angebracht. Der Mann blickte wieder in die Broschüre und überraschte ihn damit.
Es schien, als ob er sich nicht weiter um Tristan kümmerte. Also fasste dieser sich ein Herz und sprach leise:
„Entschuldigen Sie bitte, aber ich wollte sie nicht erschrecken.“
„Das brauchen Sie nicht, ich habe mich schon wieder gefangen“, antwortete Chris und blickte den Mann wieder an, lächelte leicht. Er sprach mit einem starken irischen Akzent. Der gerade Angesprochene überlegte kurz, ob das nun sarkastisch gemeint war, dann fuhr er fort: „Mein Name ist Tristan Tellanvor“ und reichte ihm die Hand. Aufmerksam und fluchtbereit musterte Chris den Mann mit dem unaussprechlichen Namen. Er wollte ihm die Hand lieber nicht geben, da ihm vor den Gefühlen, die er damit aufschnappen würde, unwohl war und sagte deshalb: „Chris Thorbsten, sehr angenehm.“
Tristan senkte die Hand wieder und musterte den seltsamen, gedankenfreien Mann.
Langsam wandte Chris den Kopf dem Vortrag zu, inzwischen hatte die Frau begonnen über Untersuchungen aus der Sagenwelt zu sprechen, wo sie Dinge heraus gefunden hatte, die ihm bekannt vorkamen. Gedankenlesen, das erlebte er gerade in diesem Augenblick.
Bzw. erlebte nicht, da er nicht herankam.
Dieser Mann war wohl sehr gut darin geübt, seine Gedanken abzuschirmen. Ob er deshalb die von Chris lesen konnte, vermochte jener auch nicht mit Sicherheit sagen. Es fühlte sich nicht so an, als ob er gucken würde. Zumindest war er ihm freundlich gesonnen, soviel war klar. Außerdem hatte Chris ihn schon mal irgendwo gesehen. Im Fernsehen vielleicht? Bei so einer Sendung über Menschen heute, oder einer Art Nachrichten Show?
„Haben Sie Ahnung von dem, was sie sagt?“, fragte Chris und spürte, dass Tristan zu ihr hinunter sah.
„Ich beschäftige mich eher mit ungewöhnlichen Phänomenen“, sagte Tristan.
„So etwas wie Geister?“, entsann Chris sich.
„Ja, unter anderem. Auch befasse ich mich mit Fähigkeiten von Leuten. Ob das Elfen sind, darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht.“
Chris sah ihn wieder an und Tristan hatte wieder ein unbehagliches Gefühl. Der Mann war ihm nicht ganz geheuer und er überlegte, ob er doch mal einen Blick in den fremden Kopf wagen sollte. Der Weißhaarige lächelte und sagte: „Ich glaube, ich kenne Sie. Waren Sie das nicht mit der Aufklärung einer Mordserie, verübt von einen Geist, den Sie dann gebannt haben?“
Tristan stellte sich einen Moment lang vor, wie ein Geist, im herkömmlichen Sinne, versuchte jemanden umzubringen und lächelte leicht. Was ihm zu bannen sonst noch einfiel waren die „Ghostbusters“.
„Das stimmt. Aber es war etwas komplizierter, als Sie es wahrscheinlich gehört haben“, meinte Tristan und haderte immer noch mit sich, sollte er nun, oder nicht? Irgendwie war er ja auch neugierig, weil er selten Leute mit Fähigkeiten traf. Immerhin war er darauf erpicht, den Menschen zu helfen und die meisten Übersinnlichen, die er gesehen hatte, waren Betrüger. In diesem Fall war das anders, dass konnte er fühlen.
„Das kann ich mir vorstellen“, entgegnete Chris und hörte auf das, was Mrs. Pini unten erzählte.

"Viele Leute meinen, dass sie ähnliche Kräfte wie meine Elfen besäßen. Manchmal erhalte ich auch Leserbriefe in denen Leute behaupten, sie könnten heilen wie Leetah, Dinge bewegen wie Rayek oder Gedanken lesen. Sie versuchen diese Fähigkeiten zu belegen mit verheilten Wunden oder damit, dass sie wussten, was ihre Mutter zum Abendbrot kochen wollte. Für mich stellen diese Ereignisse aber keinen Beweis dar, es waren nur normale Menschen, ohne besondere Fähigkeiten..."
Chris sah Tristan an und jener ihn.
„Was redet sie da?“, wollte der Weißhaarige wissen und der andere Mann stieß die Luft aus.
„Vielleicht, dass es Menschen gibt, die wegen geringer Fähigkeiten meinen wie Elfen zu sein. Gedankenlesen sei wahrscheinlich nur eine Fiktion.“ Er ließ das gedachte >Das habe auch ich oft festgestellt< aus der Mauer entweichen. Aufhorchend hielt Chris inne und antwortete ihm auf dem Weg der Gedanken.
>Ist es deprimierend, wenn man weiß, dass die Menschen, die zu einem kommen nur Betrüger sind?<
Tristan sah ihn an und legte die Stirn in Falten. Es fühlte sich an, als ob der Mann ihm auf diese Art Schmerzen bereiten konnte. Der Gedankenaustausch war anders, als er es gewohnt war, wenn er mit Saint Claire sprach.
>Es ist erniedrigend, dass die Leute meinen mich prüfen zu müssen.<, antwortete Tristan und blickte wieder zu der 'Frau Professorin' hinab. War sie überhaupt Professorin?
>Das tut mir Leid. Ich hatte nicht vor Sie zu prüfen, aber ich habe bisher niemanden getroffen, der mir in Gedanken etwas mitteilen konnte und nicht zur Familie gehörte. Und ich nehme an, dass Sie nicht zur Familie gehören.< Er fügte die Handflächen zusammen und legte Zeigefinger an die Lippen, stützte sich auf den Beinen ab und sah hinab.
>Ich glaube nicht, es fühlt sich auch anders an, wenn ich beispielsweise mit meinem Vater reden. Ich habe bei Ihnen eher das Gefühl, als wenn sie mehr als nur Nachrichten versenden können.< Tristan schluckte, das war mutig gesprochen. Was, wenn der Mann genau das jetzt ausprobieren wollte?
>Ich kann damit töten<, meinte Chris und verharrte in seiner Stellung. Wendy Pini warf nun Bilder an die Wand von Zeichnungen, die sie selbst angefertigt hatte. Die waren irgendwie ganz nett, fand Chris. Er hatte sich Elfen ja auch vorher mit Flügeln und winzig klein vorgestellt. Bis er dann Pitaar traf. Er wischte sich nervös durch das Gesicht und sah dann zu Tristan, der ihn vorsichtig musterte.
„Ich weiß nicht, ob mir der Vortrag hier weiterhelfen kann. Ich vermute eher, dass Sie es können.“, sagte er.
„Ich?“, stieß Tristan aus, dann sah er sich entschuldigend um.
Die Frau zeigte einige Bilder von Geistern. Fotos scheinbar. Fähigkeiten von Geistern waren nicht bekannt, außer Telekinese trotz fehlendem Körper. Nun ging sie über zu etwas größeren Elfen, denen wurden auch mehr Fähigkeiten zugestanden.
„Wie soll ich Ihnen helfen können?“, fragte der Mann mit den Gold schimmernden Augen, bedeutend leiser.
„Ich möchte gern wissen, wie ich es benutzten soll“, begann Chris und blickte wieder auf die Leinwand. „Ich habe keine Gebrauchsanweisung für das alles. Vielleicht können Sie mir helfen.“
„Ich...“, Tristan sah sich um, der Mann vor ihnen wickelte die kurzen Haarsträhnen um den Finger, schien ihnen aber nicht zuzuhören, trotz Tristans vorherigem Ausbruch. Den brauchte er auf jeden Fall nicht zu manipulieren im Moment.
„Ich weiß nicht, ob das so einfach geht, aber ich würde es gern versuchen, wenn Sie mich darum bitten", fuhr er dann fort.
„Auf Knien?“
„Nein“, seufzte Tristan, „verbal reicht vollkommen.“
„Machen Sie es hier, sofort?“
„Lieber nicht, wenn es sich vermeiden lässt, dann...“
„Gut, dann mal los. Ich habe eh nichts anderes zu tun“, sprach Chris dazwischen und stand auf. Tristan sah nach unten und griff Chris’ Arm, zerrte ihn zurück auf den Stuhl. Leicht verdutzt blickte jener ihn an und folgte dann seinem Blick.
„Wie sicherlich viele von Ihnen wissen gibt es aber doch einige Menschen, die mit wirklichen ungewöhnliche Fähigkeiten auf sich aufmerksam machten“, sagte Wendy. „Dieses Bild hier zeigt die zwei Männer, Tristan Tellanvor und Yannik von Falkenberg, die einen Flugzeugabsturz verhindert haben. Da beide auch Aufträge zu Geisterbeschwörungen oder Aufklärung zu merkwürdigen Phänomenen annehmen und anbieten, erhärtete sich der Verdacht, dass sie Fähigkeiten haben. Aber selbst wenn dem so wäre, so haben sie diese nicht von einer Elfe erhalten, sondern auf anderem Wege.“
„Wenn die wüsste, was Elfen so alles abgeben“, knurrte Chris und verschränkte die Arme vor der Brust. Der Mann vor ihnen wandte sich um und Tristan tauchte schnell runter um seinen Schuh zuzubinden, der nicht einmal offen war. Es wäre vielleicht nicht so witzig, wenn der Mann seine Ähnlichkeit mit dem Bild an der Wand verglich.
„Es gibt immer wieder Leute mit Fähigkeiten aber sie sind trotz allem menschlich und keine Elfen, auch wenn einige dass gern wünschten“, fuhr Wendy fort. Chris schnaubte verächtlich und hörte ihr weiter zu.
„Daher ist gerade die Fähigkeit der Form- oder Gestaltwandlung stark den Elfen zugesprochen. Gerade auf Inseln sollen angeblich die meisten Elfen-Kontakte zu Menschen stattfinden. Es gibt Aufzeichnungen über zahlreiche Elfen in Menschengestalt, aber nur wenige über Menschen in Elfengestalt oder mit deren Fähigkeiten. Und wenn es sie gibt, dann sind sie nur schwer zu beweisen. Die wenigen Menschen, die es zu beweisen gilt, haben dann wiederum nichts mit Elfen zu tun, wie Unginella beispielsweise. Bei meinen Nachforschungen bin ich nur auf einen Menschen mit scheinbar elfischen Fähigkeiten gestoßen, obwohl es keinerlei Aufzeichnungen gibt, sondern nur Zeugenaussagen von Beteiligten.“ Das Bild wurde gewechselt und nun konnte Chris sich selbst an der Wand betrachten. Er erbleichte und versank etwas im Stuhl. Noch mit Bart und mit Sträflingskleidung, das war schon eine Weile her. Gut, dass er sich heute rasiert hatte...
„Vielleicht kennen Sie noch die Geschichte um die Flucht dieses Mannes. Mit Manipulation und anderen elfenzugestandenen Fähigkeiten hatte er sich vor einigen Jahren aus dem Gerichtssaal befreit, ohne, dass einer der Anwesenden etwas dagegen tun konnte. Er ging nach Irland und wurde dort zum Ende des Krieges umgebracht. Wer kann jetzt sagen, ob es etwas mit Elfenmagie zu tun hatte?“
Tristan wand den Kopf zu Chris herum, der holwangig auf die Wand starrte. Keinen Zweifel, der Mann auf dem Bild saß im Moment neben ihm.
„Und wer weiß, wie viele Menschen es unter uns gibt“, sagte Wendy, „die elfische Fähigkeiten haben und nicht durch so viel Begebenheiten für Aufsehen sorgen wie gerade dieses Beispiel.“
Chris beugte sich zu Tristan herüber und flüsterte: „Ich komme in diesem Beitrag vor?“
Zuerst reagierte Tristan nicht, weil er sich entsann, was es mit diesem Mann auf sich hatte, laut Zeitung, und anderen Berichten, die er damals verfolgt hatte. Ein unberechenbarer Irrer mit Kräften, die sehr präsent waren und sehr stark ausgeprägt. Es gab eine Menge Gerüchte über den Mann, der die Revolution, oder auch Krieg, in Irland beendet hatte.
Dann flüsterte er: „Ich komme doch auch vor, oder nicht?“
„Lass uns verschwinden, sofort!“, hisste Chris und stand auf. Tristan folgte ihm. Und fragte sich, ob es gut war oder doch eher gefährlich. Zumindest konnten sie an einem ungestörterem Ort weniger Menschen gefährden.

   

 

 

 

 

 
     




 

   © 2000-2008 by Nika
Diese Seite verfolgt keine kommerziellen Interessen