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Aufgebracht lief Tichir im Zelt auf und ab. Vielleicht hätte
er die Wahrheit sagen sollen. Nun würden sie es vielleicht
rauskriegen und dann viel wütender sein, weil er sie belogen
hatte. Sie würden ihn bestrafen, und sie waren im Recht dazu.
Wolf hatte ihn in einem Zelt unter Bewachung gestellt und wollte
morgen früh über ihn urteilen.
Während Tichir in dem Zelt mit den zwei Wachen vor dem Eingang
auf und ab ging wurde es bereits Morgen. Er hatte keine Ahnung,
was er tun sollte. Seine Gedanken sammelten sich immer wieder bei
der Art der Bestrafung. Er hatte Angst davor, er hatte Angst, das
sie ihn umbrachten. Furcht, das er gehen musste. Wohin sollte er
dann gehen? Er gehörte doch zu ihnen. Wenn Wolf ihn verstößt,
was sollte dann aus ihm werden?
Und der Freund?
Was wollte der Freund von ihm? Warum hatte er ihn geküsst?
Es war eine vertraute Geste. Sie hatten sich schon mal geküsst,
damals, als sie kleiner waren. Und auch später mal. Es hatte
ihm Erinnerungen wiedergegeben. Es war das letzte gewesen, was er
als Elf getan hatte, seinen Freund zum Abschied geküsst. Er
entsann sich an diese Situation und an anderes. Wie das Dorf aussah,
von wo er kam, an die Gesichter der Elfen, an Starucha, dessen Nachfolger
er werden sollte. All das ausgelöst durch den Kuss.
Ebenso erinnerte er sich, dass er die Geschichte um Starucha seinem
Freund erzählen wollte. Tichir war einmal so gewesen wie er
und nun war er ein Mensch und würde auch wie einer behandelt
werden.
Er konnte nicht zurück zu den Elfen, er hatte nicht mal daran
geglaubt, das es sie gibt, bis er gestern seinen Freund sah. Er
wollte nicht zu den Wesen gehören, die Kriege anzettelten,
wenn ihnen langweilig war. Er wollte nicht mit Zaubern über
andere herrschen. Er wollte nicht zurück zu seinem Freund.
Wenn er einmal war wie sein Freund, so wollte er das nicht mehr
sein.
Er wollte bei den Menschen bleiben.
Er wollte kein Elf sein.
Jemand kam an das Zelt heran und der Vorhang wurde beiseite geschoben.
Durch die Öffnung trat Ruf und er hatte ein Seil in der Hand.
Unbewusst trat Tichir einen Schritt zurück und sah den Mann
an. Jener hob den Kopf.
"Der Rat ist gebildet, wir sind soweit, über seine Strafe
zu bestimmen", sagte er tonlos.
Tichir blickte ihn abwesend an und sprach dann: "Wie werden
sie entscheiden?"
"Tiber hatte festgestellt, dass Schana mit einem Mann geschlafen
hat. Es sieht so aus, als seiest du schuldig. Sie werden dich angemessen
strafen."
Tichir ließ den Kopf hängen und fasste dann neuen Mut.
Er wollte wenigstens wissen, warum es so gekommen war und befeuchtete
seine Lippen.
"Warum...", der Anfang war direkt und nun wusste er nicht
mehr, wie er es fortführen sollte. Ruf drehte den Kopf zur
Seite und wartete, ohne ihn anzusehen. Kurz darauf entschloss Tichir
sich, weiterzusprechen, auch wenn es direkt sein sollte.
"Warum hast du mich verraten?"
Eine Pause entstand in der Tichir seinen Gegenüber musterte.
Der Mann überlegte einen Moment und sah dann wieder seinen
Jagdkumpanen an. Er antwortete zögernd.
"Du gehörst nicht zu uns."
"Aber, wir sind Freunde, wir sind Menschen, wir teilen, geben
und lieben einander! Warum bist du mir in den Rücken gefallen?!"
Ruf senkte den Kopf und schwieg. Erst nachdem Tichir den Mann an
der Kleidung fasste, begann er zu sprechen.
"Siehst du was ich meine, wenn ich sage du gehörst nicht
zu uns? Du kennst die Menschen nicht. Du weißt nicht was es
heißt ein Mensch zu sein. Aber wenn du einen Grund willst:
Es ist wegen Schana."
"Wegen Schana? Wie soll ich das verstehen?"
"Ich dachte, ich könnte ihr Herz zurückgewinnen,
wenn du fort bist. Wir hatten uns mal geliebt. Du bist keiner von
uns und ich wollte sie nicht an dich verlieren. Das war meine Chance."
Tichir ließ den Mann los und wich zurück. Wenn sein Freund
das aus Eifersucht getan hatte, so war das eine harte Entscheidung.
Sie würden ihn sicher töten. Seinen Freund so zu verraten!
Warum hatte er nicht ein mal mit ihm darüber gesprochen, Tichir
hatte keine Ahnung gehabt, dass der Mann Schana liebte. Woher auch?
"Aber...", stammelte der Blonde nun und sah seinen schwarzhaarigen
Freund an. Dieser wickelte das Seil auseinander und blickte zu ihm
auf.
"Aber, ich hatte nicht gewusst, das du sie liebst! Ich hätte..."
Hätte er sie aufgegeben?
Sicher nicht, wegen ihr ist er ein Mensch geworden, wegen ihr hatte
er all diese Strapazen auf sich genommen. Vielleicht hätte
er aber bis nach ihrer Hochzeit gewartet.
Ruf trat an ihn heran und nahm seine Hände, band sie vorn zusammen
und sah dann wieder auf.
"Meinst du, dass Schana dich noch will, nachdem was passiert
ist?", wollte Tichir wissen.
"Sie wird tun, was ihr Vater sagt."
Ruf fasste den Strick fest und ging hinaus. Hinter sich herziehend
folgte ihm Tichir, betrübt und abwesend. Er konnte nicht verstehen,
warum es so gekommen war. Aber er wusste auch nicht, wie es anders
hätte sein können. Woher sollte er wissen, was unter den
Elfen in dieser Situation anders gewesen wäre?
Da er sich doch nur schemenhaft an sie erinnerte.
Die Sonne erhob sich in den Himmel. Um das erlöschende Lagerfeuer
saßen die ältesten und stärksten Krieger, in ihrer
Mitte stand Wolf und nahm den Gefangenen entgegen. Er band ihn an
einen Pfahl und begann zu sprechen. Tichir schloss die Augen und
wünschte sich weit fort.
"Wir haben uns zusammengefunden um über Tiehier zu richten.
Unser treuer Stammesbruder hat sich fehlverhalten. Er hat mit meiner
Tochter geschlafen, die noch im Mädchenalter war und es ihr
somit genommen. Das sagt Ruf uns und wir wollen nochmals hören,
was er gesehen hat, nachdem die Nacht unsere Wut und Verwirrtheit
fortgetragen hat."
Ruf kam heran und trat in die Mitte. Mit einem Blick zu dem Gefangenen
räusperte er sich. Wenn er seine Geschichte nochmals erzählte,
konnte es sein, dass sie seinen Freund zum Tode verurteilen.
Er leckte sich über die Lippen und begann zögernd die
Geschichte nochmals zu erzählen, wie er es gesehen hatte.
Nachdem er gesprochen hatte schwieg er und wartete, bis die anderen
sprechen würden. Es dauerte einen Augenblick, dann ergriff
Wolf wieder das Wort.
"Nach dieser Erzählung habe ich Tiber gebeten, zu sehen,
ob sie wahr sein kann. Tiber spricht für sich selbst."
Damit bat er den Mann in die Mitte und Ruf verließ seinen
Platz. Tichir sah ihm nach und blickte dann zu den Männern
herüber. Wo wohl Schana war, fragte er sich. Wie es ihr wohl
erging?
Tiber konnte nur berichten, was er vorgefunden hatte und wurde dann
aufgefordert, den Kreis wieder zu verlassen. Wolf fasste das Gesagte
zusammen und bat nun die anderen, ein Urteil abzugeben. Sie waren
empört und forderten von Verbannung bis hin zum Tode alles,
was sehr unangenehm klang.
Dann wurde Tichir gefragt, wie er die Geschehnisse erklären
konnte. Er wurde in die Mitte gebeten.
Dort stand er, die Hände gebunden, und zögerte. Was konnte
er sagen, um seine Strafe zu mildern?
"Ich habe mich nicht beherrschen können...", begann
er und schilderte, was ihm wichtig erschien. So, dass er Schana,
seit er sie zum ersten mal sah, lieben würde und ihr niemals
etwas zu leide tun wollte. Da aber sie selbst ebenso auf den Liebesakt
hinauswollte, hatte er sich mit ihr verbunden und nicht über
die Folgen nachgedacht.
Sehr mildernd wirkte sich sein Gestammel nicht aus. Sie diskutierten,
während er noch unschlüssig im Kreis stand, lautstark
und kamen zu dem Schluss, ihn zu opfern. Ausschlaggebend dafür
war sicherlich, dass er ein so guter Krieger war. Ehe die Sonne
also an diesem Tage ihren höchsten Punkt erreicht hatte würden
sie ihn in den Felsen töten und seinen Körper den Tieren
überlassen.
Erschrocken darüber forderte Tichir, wenigstens noch einmal
Schana sehen zu dürfen. Über den letzten Wunsch verwundert
beratschlagten sie eine Weile. Solange vertrauten sie den Gefangenen
Ruf an, der mit dem Seil in der Hand in der Mitte stehen blieb und
ihnen ebenso zuhörte.
Schreie unterbrachen die Diskussion. Tichir sah zu der Stelle,
von wo der Lärm kam und mit ihm auch die anderen. Ein grüner
Blitz schoss in den Himmel und kurz darauf waren wieder Schreie
zu hören. Die Krieger griffen zu ihren Waffen und stellten
sich schützend vor die Alten. Zwischen den Zelten trat ein
menschenähnliches Wesen heraus, das in Leder gekleidet war
und alabasterfarbene Haut hatte. Ebenso hielt es in der Hand eine
leuchtende grüne Kugel, die es dem, der auf es zukam an den
Kopf warf. Sie zerplatzte und warf den Angreifer um. Er rührte
sich nicht mehr. Mit großen Sprüngen näherte sich
das Wesen nun der Versammlung und wich den Speerwürfen aus,
duckte sich oder erhob sich in die Luft. Weiterhin feuerte es solche
Energiekugel ab, die es irgendwo aus dem Körper holte.
Als es näher herangekommen war bemerkten die umstehenden, dass
es spitze Ohren hatte und an jeder Hand vier Finger.
"Ein Elf!", schrie einer der Älteren. Wolf packte
seinen Speer und trat dem Elfen entgegen. Er war blond wie Tichir,
etwas kleiner und verzog keine Miene.
"Freund", stammelte Tichir und sah, wie Ujedin auf den
Häuptlings Speer sprang und ihm ins Gesicht trat, dann heruntersprang.
Er schleuderte wieder einige dieser Energiekugeln auf die Angreifer
und gelangte schließlich in die Mitte. Einige waren zurückgetreten
und wartete, bis die besseren Krieger den Eindringling erlegen würden,
doch sie hielten inne, als Ujedin an Tichir herantrat.
Er lächelte ihn an und berührte seine Wange, bemerkte
dann den Mann neben seinem Freund, der in der Faust ein Messer fasste.
Ujedin produzierte einen Ball in seiner Hand und hielt ihn mit den
Fingern nach oben. Er beleuchtete ihn grünlich. Nun konnte
Ruf sein Messer entweder dazu benutzen, das Seil zu durchschneiden
und Tichir damit zu befreien, oder er konnte den Unbekannten angreifen.
Tichir sprach leise, er solle ihn besser losschneiden, doch Ruf
hörte ihn nicht. Er wägte ab, was diese Situation bringen
mochte. Die Drei waren nun von mehreren Kriegern umringt und sie
alle warteten.
Schließlich sprang Ruf vor und stach nach Ujedin. Jener wich
ihm aus und schleuderte die Kugel auf ihn. Mit knapper Not konnte
der Mann ausweichen. Er ließ Tichirs Seil fallen und duckte
sich unter den Kugeln weg, sprang auf und rammte dem Elf das Messer
in die Brust.
Ujedin taumelte zurück, Ruf hatte die Waffe losgelassen und
der Elf fasste danach. Dann beschoss er den Mann mit dieser Kraft,
schleuderte ihn zurück. Ruf blieb regungslos liegen und Ujedin
überwand sich weiterhin diese Kraft einzusetzen. Es schmerzte,
da die Erzeugung der Energie durch seinen Körper lief und damit
auch die Verletzung betraf.
Mit drei verzweifelten Schüssen verschaffte er sich eine freie
Bahn, packte Tichir und zog ihn hinter sich her. Immer wieder beschoss
er Herannahende oder wich ihnen aus. Schließlich packte Tichir
einen Speer und richtete ihn auf die Angreifer.
Die Menschen bleiben stehen und starrten ihn an.
"Bleibt zurück!", schrie Tichir. Taumelnd lief Ujedin
weiter und erreichte bald die äußersten Hütten.
Er wandte sich um und wartete auf Tichir, beschoss herannahende.
"Bleibt zurück und tut ihm nichts!", fuhr Tichir
fort. "Er ist mein Freund. Er gehört zu mir!", Die
Menschen blieben vor ihm stehen und sahen ihn verwundert an. Wolf
hatte sich schwerfällig wieder aufgerafft und kam hinzu. Als
Tichir ihn erblickte, atmete er ein paar Mal tief durch und sprach
dann weiter.
"Ich werde gehen. Ich muss meinem Freund helfen, das kann ich
nicht, wenn ich heute sterbe."
"Wie kann es sein, das der Elf dein Freund ist?", fragte
Wolf aufgebracht.
Tichir war versucht die Schultern zu heben. Er wusste nur, das der
Freund gut war und das er nicht sterben durfte. Er hatte die Fähigkeit
die Tiere zu besiegen. Er beschützte ihn. Und er wachte über
ihn.
Ujedin stand schwer atmend an dem Ausgang des Dorfes und wartete.
Was machte Tichir?
Langsam wich Tichir zurück und wehrte Nachkommende mit der
Waffe ab. Wolf forderte eine Antwort, doch er konnte sie ihm nicht
geben, da er sie nicht wusste. Er erinnerte sich daran, dass er
ein Elf war. Der Kuss hatte ihm Teile seiner Erinnerung gegeben,
aber er konnte das nicht dem Häuptling erzählen. Was würde
aus Schana werden?
Er gehörte nicht hierher. Und sein Freund, dessen Namen er
vergessen hatte, würde vielleicht an der Verletzung sterben.
Er musste sich entscheiden.
"Bitte, Wolf, folge uns nicht, ich werde gehen und nicht wiederkommen.
Lass Schana bitte ungestraft, denn es war meine Schuld und es tut
mir Leid, gegen eure Gebräuche verstoßen zu haben. Ich
würde es gern ungeschehen machen, doch diese Macht besitze
ich nicht."
Bei Ujedin angekommen fasste er nach ihm. Der Elf schien die Berührung
zu genießen und lächelte Tichir an. Jener sah zu den
Menschen und rief: "Lebt wohl". Dann liefen sie hastig
aus dem Dorf, flohen vor den nacheilenden Kriegern.
Eine mächtige Stimme hinter ihnen befahl, ihnen nicht zu folgen.
Es war Wolf, der das sagte und kurz wandte Tichir sich um. Der Mann
stand außerhalb des Dorfes und blickte ihnen resigniert nach.
Nach einiger Zeit des Laufens brach der Verletzte zusammen und
gönnte sich einen Moment Ruhe. Tichir kniete neben ihm nieder
und berührte ihn. Er hatte so vieles vergessen, aber ihre feste
Freundschaft war zurück in seine Erinnerung gelangt. Ujedin
lächelte und griff die Hand des anderen.
"Tichir, die Zeit ist gekommen. Wir müssen zurück,
damit du wieder ein Elf sein kannst. Damit du bei mir sein kannst...",
er verstummte. Sicher, sein Freund konnte ihn nicht verstehen. Vielleicht
sollte er ihm Gedanken in den Kopf projizieren? Mit Hilfe von Dominanz
würde es bestimmt funktionieren.
Er lächelte und schloss die Augen.
Tichir war verzweifelt. Konnte er ihn verarzten? Er kannte keine
Moose und Blätter, die Blutungen stillten. Das hat er als Elf
gewusst, doch nun sah er auf den Verletzten hinab und biss auf seiner
Unterlippe herum. Er konnte ihm nicht helfen. Erschwerend kam noch
dazu, das er die letzten Äußerungen des Freundes nicht
verstanden hatte. Tränen brachen ihm aus und er versuchte sich
zu beherrschen. Dennoch fielen sie hinab und Klagelaute entflohen
seiner Kehle.
Sanft streichelte er die Wange des Freundes und strich das Haar
zurück. Konnten Elfen sich nicht selbst am besten heilen? Noch
lebte der Freund, aber er ging nicht auf seine Berührung ein.
Es schien, er würde gleich einschlafen und nie wieder erwachen.
Tichir hoffte, er würde ihm sagen, was er tun sollte. Er setzte
sich neben den Mann und zog die Jacke aus, deckte ihn damit zu.
Dann strich er ihm weiter über die Wange, sprach leise zu ihm
und hoffte, er würde ihn wach halten können.
Es dauerte eine Weile, ehe der Elf darauf reagierte.
Ujedin schlug die Augen auf und blickte in ein freudestrahlendes
Gesicht. Sogleich sprudelte Tichir los, er bräuchte eine Anleitung,
was er tun sollte um ihm zu helfen.
Doch Ujedin war nur wachgeblieben, um seinem Freund auf den Weg
zu schicken. Er setzte Dominanz ein, legte einige der Bilder darüber,
die ihm auf seinem Weg zum Finsteren Wald begegnet waren.
Tichir schreckte zurück, er konnte mit der Art der Information
nichts anfangen. Doch wegen der Dominanz war er aufmerksam und hörig.
Entschlossen zeigte er in die Richtung und deutete, er wollte tun,
was der Elf sagte und dorthin gehen. Ujedin konnte zwar die Worte
nicht verstehen, aber die Geesten des Menschen scheinen darauf hin
zu weisen, dass er erreicht hatte, was er wollte. Dann teilte er
ihm auf gleiche Art mit, was er in Staruchas Kopf gesehen hatte.
Eine Vision von dem Zauber und von den Frauen im Dorf. Vollkommen
überfordert, was diese Bilder zu bedeuten hatten blickte der
Mensch den Elfen fragend an.
"Du wirst sie verstehen, wenn du unsere Sprache sprichst, behalte
sie in dir, verwahre sie gut...", er schloss erneut die Augen
und raffte sich dann auf, ihm noch den Zauber mit auf den Weg zu
geben. Zitternd nahm er die raue Hand in die seine und schluckte.
Das war wirklich ein schwieriges Unterfangen. Er würde Worte
brauchen, nicht viele, aber er musste sie wenigstens einmal sprechen.
Darum sprach Ujedin sie laut vor und hörte die holperige Antwort.
Daraufhin schwanden seine Sinne und sein Griff erschlaffte.
Tichir sah ihn an und berührte ihn.
"Freund?", stieß er unter zugeschnürter Kehle
aus. Die Haut des Elfen war glatt und kühl. Er fühlte
nach dem Herzen des Mannes und konnte keinen Schlag feststellen.
Auch als er das Ohr auf seine Brust presste, blieb es stumm. Der
Mann war tot und diese Erkenntnis trieb ihm die Tränen in die
Augen. Nach ihm fassend weinte Tichir laut und legte schließlich
seinen Kopf auf dessen Schulter, nässte das Leder mit salzigem
Gut. Das Wort Freund quoll durch seine Lippen und er schrie es laut
raus, lauschte dem Echo des Waldes und legte zitternd die Hand an
die nun kalte Wange.
Langsam näherte er sich dem Mund des Mannes und benetzte ihn
mit den Tränen, die sich auf seinen Lippen gesammelt hatte.
Er küsste ihn und schluchzte. Wieder zurück weichend öffnete
Tichir die Augen und besah sich die weiße Gestalt.
"Mein Freund, ich danke dir...", presste er unverständlich
hervor und wischte sich durch das Gesicht.
"Wüsste ich doch nur deinen Namen."
Ein Rascheln ließ ihn aufhorchen und er erblickte zwischen
den Zweigen ein paar Wesen, die warteten. Sie scheinen keiner bösen
Absicht zu sein, aber was machten sie dort? Und was waren sie? Für
Elfen waren sie zu klein, für Menschenkinder zu dick und stämmig.
Tichir stand auf und beäugte sie misstrauisch.
Ihre Haut schien Grün.
Erschrocken wich Tichir zurück und entsann sich seiner Aufgabe.
Er musste zu dieser Lichtung gelangen und das möglichst schnell.
Nochmals sah er nach den Wesen, die warteten, und beugte sich darauf
zu seinem Freund herunter. Er strich ihm zum Abschied nochmals über
die Wange und wandte sich um. Schnellen Schrittes verließ
er den Ort und wurde erst ein ganzes Stück weiter weg wieder
langsamer.
Aus den Blättern traten zwei Trolle hervor, die sich neben
Ujedin herunterbeugten. Sie besahen den toten Elf und musterten
die Verletzung, die ihm zugefügt wurde. Das Messer steckte
noch immer in der Wunde und sie zogen es heraus. Sie untersuchten
es, meinten, es wäre eine Menschenwaffe und nahmen es an sich.
Nun hoben sie Ujedin auf und trugen ihn an einen anderen Ort. Hier
sollte er nicht seine letzte Ruhe finden, beschlossen sie.
Langsam nahm Erwuk die Pfeife aus dem Mund und wandte den Kopf
zur Seite. Das Rascheln verstummte und aus dem Gebüsch umher
stolperte eine große Gestalt auf die Lichtung.
Etwas orientierungslos blieb der junge Mann stehen und sah sich
um. Er hatte eine Lederhose an und trug an den Füßen
Schuhe aus derben Material. Sein Oberkörper war mit einem Leinenstoff
bedeckt, in den Muster gewebt waren. Sein blondes Haar war struppig
und seinen Haut von der Sonne gebräunt. Es war ein Mensch.
Erwuk nahm einen weiteren Zug aus der Pfeife und senkte den Kopf.
"Du bist spät, wir haben kaum noch Zeit", sagte der
Halbelf und stand von seinem Platz auf.
Tichir konnte ihn verstehen und er trat an ihn heran.
"Mein Freund hat mir aufgetragen, hierher zu kommen."
"Ich nehmen an, du weißt nicht, was du hier sollst?"
Tichir nickte und sah sich um. Auf der Lichtung wuchs blaues Moos
und eine blitzartige Erinnerung schoss durch seinen Kopf. Erwuk
wartete und beobachtete den Mann.
Ein paar Schritte gehend suchte Tichir nach weiteren Erinnerungen,
doch sie hielten sich zurück. Er sah Erwuk an und erbat ein
klärendes Wort.
"Du warst einmal ein Elf", begann jener deshalb und stellte
sich vor ihn hin. "Du und dein Freund sind vor genau einem
Jahr hier angekommen und ich habe die Verwandlung an dir vollzogen."
Wieder huschte eine Vision durch Tichirs Kopf, der Kuss, der Kuss
von seinem Freund. Das war hier gewesen.
"Ich hatte deinem Freund nahegelegt, pünktlich zurückzukehren,
damit ich dich wieder in einen Elfen verwandeln kann. Das geht nur
an diesem bestimmten Tag und nur hier. Der Tag ist heute und du
bist da. Willst du wieder ein Elf sein, oder möchtest du ein
Mensch bleiben und alles, was du noch über Elfen weißt
vergessen?"
Tichir schluckte. Es stimmte also. Er war ein Elf gewesen und hatte
sich entschlossen ein Mensch zu werden um seiner Liebe nahe zu sein.
Doch nun hatte er bei den Menschen nichts mehr zu suchen, er konnte
nicht zurück. Doch als Elf war er auch nicht auf der sicheren
Seite. Es gab sehr wenig, was er noch wusste. Und sein Freund, der
ihm hätte helfen können war tot. Der Freund, der ihm so
oft das Leben gerettet hatte und dessen Namen er nicht kannte.
Den Freund, den er schmerzlich vermisste und den er liebte.
Warum war er weggegangen?
Wieso hatte er seinen Freund verlassen und gegen das Leben bei den
Menschen getauscht?
Wie konnte er dieses Mädchen nur so stark lieben, wo doch seine
wahre Liebe immer bei ihm war?
Tichir ließ den Kopf hängen und spürte Tränen
hervorbrechen.
Sanft fasste Erwuk seinen Arm und sah ihn von unten her ins Gesicht.
"Dein Freund ist tot, oder? Und nun weiß du nicht, was
du tun sollst?"
Zögernd nickte Tichir. Er hatte keinen Platz, zu dem er zurückkehren
konnte. Nicht zu den Menschen und nicht zu den Elfen konnte er gehen.
Was sollte er tun?
"Du musst dich entscheiden. Beide Wege sind schwer, wenn du
zurück willst zu den Menschen, dann musst du dich beweisen.
Doch der Weg zu den Elfen ist genauso schwer. Du musst alles neu
erlernen, und es gibt keine Gewissheit, dass du dort willkommen
bist. Sicherlich wollte dein Freund, dass du wieder das wirst, was
du gewesen bist. Vielleicht auch aus Eigennutz. Aber ist es das
Wert, nachdem er nun tot ist?"
Tichir sah den kleineren Mann an und wischte die Tränen fort.
Entweder er wählte den Tod oder ein schweres Leben. Was er
auch tat, er konnte seinen Freund nicht zurück bekommen. Und
wenn er gestorben war und ihm etwas mit auf den Weg gegeben hatte,
dann wollte er wissen, was es damit auf sich hatte.
"Werde ich wieder alles vergessen?", fragte er still.
Erwuk strich über seinen Arm.
"Du wirst die Sprache verlernen. Und du wirst nie wieder aussehen
wie ein Elf, deine Haut bleibt sonnengebräunt und dein Haar
blond und struppig. Nach und nach wirst du vergessen, was dir bei
den Menschen widerfahren ist, doch sicher ist das nicht. Dein Freund
hat dich herschicken können, es verband euch eine große
Kraft. Ich mag nicht voraussehen, wie du dich nach der Verwandlung
entwickeln wirst. Es mag sein, dass du Dinge nicht in elfischer
Sprache ausdrücken kannst, erfahrene Geschichten könnten
daher verloren gehen."
"Dann bitte ich dich, diese Geschichte zu hören, die ich
dir erzähle, denn ich werde sie brauchen, wenn ich zurück
zu den Elfen gehe."
Erwuk sah zum Himmel auf und nickte.
Die Sonne erhob sich über die Höhlen, vertrieb den Schatten
der Nacht aus dem nahen Wald. Der Dorfplatz war mit Elfen gefüllt.
Übernächtigt standen sie mit Speeren in den Händen,
warteten auf weitere Geister, die kommen würden. Sie hatten
in den letzten Wochen 7 Tote zu beklagen. Starucha stand nun vor
der kleinen Schar Personen, die die Leiche eines jungen Mannes herangetragen
hatten. Sie alle waren bedrückt, erhofften Trost und Entscheidung.
Langsam hob Starucha den Kopf. Er musste seine Geister zurückrufen,
die Rasse war bedroht. Er hatte in seinem verbittertem Leichtsinn
nicht bedacht, dass viele Elfen zu Schaden kamen, da sie sich nicht
zu helfen wussten. Er konnte ihnen doch wegen seines Plans nicht
einfach sagen, wie man sie loswurde. Nun war es viel zu spät
dafür. Würde er jetzt sagen, dass ein einfacher Spruch
zum Verschwinden der Geister führte, würden ihn die Verbliebenen
mit Verachtung ansehen, vielleicht sogar anklagen. Denn immerhin
verstieß es gegen die Regeln, Elfen zu töten. Das er
nichts getan hatte, kam dem gleich.
Sie mussten Tichir bekommen, damit er den Zauber auflösen konnte,
damit der Junge seine Strafe erhielt und sich nie wieder einer der
Elfen auch nur in die Nähe der Menschen begab. Es würde
seinen Kopf kosten, waren Elfen bei den Menschen.
Starucha legte eine Hand auf die Schulter des Vaters, der seinen
Sohn betrauerte. Hier gab es nichts mehr zu tun. Er schritt zurück
in die Höhlen.
Seit Ujedin in der Höhle verschüttet wurde versuchen die
Kinder, ihn auszugraben. Eines stand vor der Tür und nahm Dinge
entgegen, die sie gefunden hatten. Der alte Elf war sich sicher,
dass Ujedin irgendwie entkommen konnte. Doch wie er das schaffte,
war ihm bisher nicht aufgegangen. Er vermisste sein Zauberbuch,
aber er wusste jeden Zauber auswendig, der drinnen stand. Immerhin
war er schon sehr alt und hatte schon so oft darin gelesen. Es interessierte
ihn zwar, wo es geblieben war, aber wenn es einer der Elfen im Dorf
hatte, dann wüsste er es. Er konnte die Zauberkraft spüren,
die irgendwo angewandt wurde. Das war im Dorf nicht der Fall. Keiner
der Elfen konnte zaubern.
Nicht so wie er oder Antaka und Perscha.
Antaka sprach nicht mehr und Perscha war die meiste Zeit geistig
abwesend.
Keine Feinde für den mächtigen Zaubermeister und Lehrer.
Wahrscheinlich hatte Ujedin das Buch genommen in dem Durcheinander
und war damit geflohen. Er war gespannt, ob der kleine Feigling
es benutzen konnte. Wohlmöglich war er mit dem Buch verschüttet
worden.
Starucha tätschelte den Kopf des kleinen Mädchens welches
ihm einen Krug reichte, den sie gefunden hatten. Sie solle ihn behalten,
er brauchte ihn nicht. Leicht lächelnd ging er dann in seine
Höhle. Dort setzte er sich und begann über seine Lage
zu grübeln.
Er hatte sich selbst in eine Sackgasse befördert und hoffte
nun, dass er einen Ausweg finden konnte. Das er die Menschen verheimlicht
hat war ein Fehler. Dass er nicht kräftig genug sagte, sie
seinen böse und ihre Feinde war ein Fehler. Dass er die Geister
rief und sie nicht erfolgreich bekämpfte war einer. Aber dass
er Tichir und Ujedin nicht fassen konnte, war wahrscheinlich der
größte.
Sie würden sicher hinter das Geheimnis kommen. Die lang vergangene
Geschichte von früheren Bündnissen und Freunden.
Er war ein mächtiger Zauberer und hatte Ehre und Anerkennung
erfahren. Aber nun hatte er sich in seinen Intrigen verheddert,
versuchte sich zu befreien.
Wer wusste noch von den Dingen, die damals passierten? Nur die beiden
Ältesten, doch keiner gab sie preis. Die eine schwieg, der
andere redete wirr. Er konnte tun und lassen was er wollte, all
die Jahre. Wenn er die Elfen zum Schweigen bringen wollte, dazu
bringen wollte, dass sie nicht neugierig waren, dann setzte er einen
Zauber ein. So einfach, all die Zeit. Und nun hatte er die beiden
Schüler, Tichir, der alles hinterfragte, alles wissen wollte.
Ujedin war mächtig und schlau, aber er hielt sich an die Regeln.
Bis sein Freund ihm die verbotenen Früchte gab.
Ujedin hatte sich verführen lassen. Tichir suchte noch immer
nach Antworten. Sie beide wären gute Nachfolger gewesen, aber
sie hatten zuviel eigenen Willen.
Er brauchte Tichir, er musste ihn strafen, damit er die Geister
zurückrufen konnte und für Ruhe im Dorf sorgen konnte.
Wenn aufgeklärt wurde, dass mit Tichirs Tod die Geister gehen,
würde jeder dafür sein. Da er mit den Menschen zu schaffen
hatte und deshalb die Geister kamen, würde keiner mehr in die
Nähe des Menschendorfes wollen. Und wenn die Geister fortgezaubert
waren nach Tichirs Tod würde das Dorf wieder seinen gewohnten
Gang einschlagen.
Er brauchte Tichir.
Er brauchte seinen Tod.
Wer immer dann sein Nachfolger werden sollte, aber im Moment stand
zu viel auf dem Spiel.
Lautes Klopfen an der angelehnten Tür ließ ihn aufschrecken.
Ein Junge kam herein und reichte Starucha ein sandiges Buch. Das
Magiebuch, das er vermisste. Also hatte Ujedin es mitgenommen.
"Und der Schüler?"
Der Junge schüttelte den Kopf. "Keine Spur von ihm. Er
konnte wohl entkommen, bevor die Höhle einstürzte."
Starucha ließ die Seiten durch die Finger gleiten. "Sicher,
mit dem was hier drin steht ist es kein Problem." Er warf das
Buch auf den Tisch und horchte auf. Von draußen waren aufgeregte
Rufe zu hören. Der alte Mann trat an die Tür und blieb
stehen, da ein junger Elf ihm entgegen lief.
"Er ist zurück! Schnell, er ist wieder da!", rief
er. Straucha besah ihn kurz, überlegte wen er meinen konnte
und trat dann an ihm vorbei ins Freie.
Auf dem Dorfplatz hatten sich die Elfen aufgereiht. Ihnen gegenüber
stand ein großer junger Mann. Die Kleidung war grob und gemustert,
etwas, wie die Menschen es trugen. Er hatte braune Haut und dunkelblondes
strohiges Haar. Das musste Tichir sein, er sah ihm zumindest sehr
ähnlich. Neben ihm stand ein kleineres Wesen, dass wie ein
Kobold aussah. Es hatte rote Haare und eine blassrote Haut. Unter
dem purpurnen Umhang trug es eine grüne Hose, hatte klobige
Stiefel an den Füßen.
Starucha kam das Wesen unangenehm bekannt vor, er trat vor.
Tichir sah angespannt aus. Er eröffnete das Gespräch mit
brüchigen Worten, bevor Starucha bis an ihn herangetreten war.
"Halt ein! Ich möchte sagen etwas, was wichtig ist sehr.
Ich habe mit den Geistern zu tun nichts. Ich habe sie geschickt
weder noch hervorgerufen. Das wart ihr!"
Starucha blieb stehen. Das konnte jetzt ein Problem werden. Der
Junge hatte anscheinend wirklich bei den Menschen gelebt. Er hatte
wohl herausgefunden, wie man sich verwandelt und bei ihnen als Mensch
lebend wohlmöglich eine Menge herausgefunden. Er fragte sich,
wo Ujedin steckte, der ihm sicher erzählt hatte, dass man die
Geister herbeizaubern konnte. Schließlich stand der Zauber
in dem Buch. Er sollte ihn zum Schweigen bringen, ehe jemand seinen
Worten glauben würde.
Er hob die Hand und Tichir tat es ihm gleich.
"Du wirst zaubern nicht, um zum Schweigen zu bringen mich!
Ich selbst habe nicht das Buch in den Händen gehabt, das genommen
hatte mein Freund. Aber ich habe gelernt einige Zauber daraus. Auch
wie man ruft die Geister! So wir ihr es tut, Starucha!"
"Tichir! Du hast die Geister heraufbeschworen mit deinem Verhalten,
und nun versuchst du die Schuld abzuwenden mit wirren Anschuldigungen!",
rief Starucha aus. Hinter ihm kamen weitere Elfen heran, die sehen
wollten, was passierte.
"Ich beschuldige zurecht euch! Ihr habt beschworen die Geister,
denn nur ihr solche Zauber könnt. Ihr habt in Willkür
geherrscht damals und die Menschen haben gewehrt sich und euch gesetzt
ein Limit. Sollte je ein Elf in die Nähe kommen des Dorfes,
würde Taka der Mensch kommen und töten euch."
"Sei still!", rief Starucha. "Du hast meinen Befehlen
nicht gehorcht und nun hast du das Unheil heraufbeschworen. Es wird
erst enden, wenn du deine gerechte Strafe erhältst."
"Ihr könnt nicht strafen mich, denn sage die Wahrheit
ich! Ihr habt dominiert und versklavt die Menschen, wahllos getötet
und mit Flüchen belegt, als eure Frau gestorben war damals.
Das Volk der Elfen gehen musste und darf nie wieder herankommen
an das Dorf der Menschen. Das die Bedingung war. Bei nicht Einhaltung
wäre euer Tod das. Starucha, sagt ihr immer noch, das die Wahrheit
sage ich nicht?"
Ein Murmeln wurde laut und Starucha schleuderte einen Energieball
auf Tichir. Diesen wehrte der junge Mann ab und bildete einen eigenen
in seiner Hand.
"Ihr bringt nicht zum schweigen mich!", schrie er und
warf den Ball gegen den Lehrer, der ihn abwehrte. Zorn flamm in
den Augen des alten Mannes auf und er dachte fiebernd nach. Der
Junge wusste mehr, als er vermutet hatte. Er musste etwas tun.
"Die Menschen haben uns vertrieben, da hast du recht. Doch
sie taten es, weil wir anders waren als sie, mächtiger, unsterblich."
"Lüge! Neid niemals da war. Nur Anbetung, Verehrung und
Bewunderung. Sie haben geliebt uns. Erst als ihr missbraucht habt
eure Macht, mussten die Menschen wehren sich. Sie taten es mit der
Bedingung, dass an das Dorf herandarf keiner. Deshalb die Monster
im Wald. Die es gab nicht, bis verschwunden war ich. Ihr habt sie
gerufen, um euren Worten Wahrheit zu verleihen."
Wieder ein Murmeln, ein junger Mann trat vor doch Starucha wies
ihn mit einer Handbewegung zurück. Antaka und Perscha tauchten
bei der geringen Zahl Elfen auf. 26 waren sie noch.
"Tichir, zügle deine Zunge, du redest wirr...", versuchte
der Lehrer es. Tichir war aufgebracht und trat vor. Er ballte die
Hand zur Faust und schrie:
"Es gab niemals ein Monster zuvor in diesem Wald. Ich weiß
es, denn ich war oft dort. Ihr habt sie gerufen um uns vom Menschendorf
fernzuhalten und nun haben sie sich gewandt gegen euch. Aber ich
bin nicht Schuld daran, ich habe nicht die Macht, Monster zu erschaffen.
Es steht in dem Buch, was gestohlen hatte mein Freund und was verschüttet
liegt. Ich war ein Mensch und ich habe in Frieden gelebt unter ihnen.
Warum musstet ihr sie schicken? Niemals hätte erfahren jemand,
dass ich ein Elf war! Niemals wäre euer Kopf in Gefahr gewesen!
Ihr habt nur euer eigenes Volk bekämpft und nicht mich! Kämpft
jetzt gegen mich, verbitterter alter Mann!"
Er schleuderte einen weiteren Energieball. Starucha wich dem aus
und sprach einen Zauber, der den jungen Elf einige Meter weit fortschleuderte.
Er landete am Rande des Platzes und der Lehrer schritt vor. Die
Elfen blieben zurück, als fürchteten sie, dass etwas großes
passiert.
Bevor Starucha bei dem jungen Mann angekommen war, der sich mühsam
wieder aufrappelte, stellte sich ihm das kleinere Wesen in den Weg.
Seine Stimme war laut und hoch.
"Starucha, warte. Es gibt noch mehr, was du dir anhören
musst."
Der alte Elf musterte den kleinen Mann und fragte leise: "Erwuk?
Der Wächter des blaues Mooses?"
Nur ein Nicken, hinter ihm richtete Tichir sich wieder auf. Dann
stimmte es und Tichir war ein Mensch gewesen. Erwuk trat an die
Seite und ließ den jungen Elfen vorbei. Er stoppte kurz vor
seinem Lehrer und sprach.
"Eure Furcht vor Taka hat euch blind gemacht. Wie dachtet ihr,
wollt ihr die Elfen davon abhalten auf die Menschen zu stoßen?
Durch Drohungen? Durch Geburtenkontrolle? Durch Veränderung
im Mutter..."
Starucha schlug den Mann ins Gesicht und er fiel hin, verstummte.
Schwer atmend blickte der Lehrer auf den Schüler hinab. Er
wusste alles, aber er hatte keine Beweise.
"Oh doch, das Buch!", rief Tichir vom Boden. "In
dem Buch steht alles drin, was ich als Beweis brauche!"
"Du kannst noch Gedankenlesen?", entfuhr es Starucha,
der einen bösen Blick zu Erwuk warf, der aufmerksam daneben
stand.
"Nein, aber eure Mimik. Euer Gefühl für die Gerechtigkeit.
Die Regeln sollen euch schützen, aber ich kann es beweisen."
"Wie willst du das tun, Wurm? Du liegst schon im Staub, du
kannst dich nicht mehr aufrichten!"
Er hob die Hand und begann einen Zauber, wurde mitten im Satz zurückgeschleudert.
Er überschlug sich einige Male und bleib bei den Elfen liegen,
die erschrocken zurückwichen. Erwuk trat vor und schloss die
Hand, blickte emotionslos auf den alten Mann, der wieder aufstand.
Tichir starrte seinen Retter an und verharrte auf dem Boden liegend.
Die beiden blieben einige Meter voneinander stehen und schwiegen
einen Moment. Dann ergriff Starucha das Wort.
"Du hast einen Beschützer?"
"Das Gespräch ist geführt, das was wichtig war erzählt.
Bring das Buch, ich möchte sehen, ob der Junge die Wahrheit
sagt", sagte Erwuk verhärmt.
"Der Junge lügt! Er selbst ist Schuld an den Geschehnissen!",
rief der Lehrer aus. "Natürlich will er seinen Hals retten
und erzählt unwahre Geschichten. Anschuldigungen, nichts weiter!"
Starucha schöpfte Kraft aus seinen Worten und klang sicherer.
Die umstehenden Elfen waren unsicher, wem sollten sie glauben?
"Das Buch, Starucha, zeig es deinem alten Freund, der dich
verwandelt hat vor vielen Jahren."
Schweigen trat ein. Tichir rappelte sich auf die Füße
und trat fragend an die beiden heran. Dann war Starucha auch einst
ein Mensch gewesen?
"Es gibt kein Buch, wo so etwas drin steht, Erwuk", sagte
der alte Elf fest. Der kleinere vor ihm hob die Hand, ließ
eine Flamme aus seinen Fingern sprießen.
"Das Buch, oder du wirst bereuen, dass ich dir damals die Fähigkeiten
zurückgab."
Tichir starrte den Lehrer an. Sicher. Er musste nach seiner Zurückverwandlung
irgendwie seine magische Begabung zurück erhalten haben. Er
selbst war nicht mehr fähig, die Gedanken zu lesen. Aber Starucha
konnte es. Warum?
"Ich lasse mich von dir nicht erpressen", betonte der
alte Elf. Erwuk rief: "Dann werde ich dich überzeugen",
schleuderte ein Feuer auf den Mann. Starucha hob die Hände
und eine Energiemauer bildete sich, an der die Flammen gestoppt
wurden. Ein lautes Knistern war zu hören. Die umstehenden wichen
zurück, ebenso Tichir.
"Ich habe dir die Kräfte nicht wiedergegeben, um Unheil
zu bringen!", rief Erwuk über das Knistern hinweg.
"Wenn du aber Unheil willst, so kannst du es haben!",
schrie Starucha und schleuderte die Flammen zurück, warf den
kleineren Mann um. Er sprang wieder auf, warf einige Energiebälle
zu dem Lehrer. Jener wich ihnen aus, oder wehrte sie ab. Dabei trat
er vor, rief ein lautes Wort und vor Erwuk wurde der Boden aufgerissen.
Der Halbelf fiel um, stellte sich sogleich wieder auf die Füße.
Er rief drei Worte und Starucha wurde in die Luft erhoben und herumgewirbelt.
Fasziniert beobachteten die Umstehenden das Spektakel. Tichir hätte
nie gedacht, dass der kleine Kobold so zaubern konnte. Er war froh,
dass er sich nach der Erzählung aufdrängte, mit in sein
Dorf zu kommen. Da wusste er noch nicht, dass er Starucha kannte.
Dass jener mal bei ihm war um selbst ein Mensch zu werden.
Nun flog Erwuk durch die Luft und Starucha fiel auf den Boden. Nur
langsam richtete er sich wieder auf, gerade rechtzeitig, um einer
unsichtbaren Druckwelle entgegenzutreten.
Ein Blitz fuhr aus seiner Hand, durchschlug die Welle und prallte
an Erwuk ab. Jener hatte sich mit einer Energiemauer umgeben, die
er nun aufhob und dem Mann einen weiteren Zauber entgegenwarf. Das
Gras wuchs an ihm hoch und fesselte ihn. Er befreite sich mit einer
kleinen Explosion und attackierte den Halbelf mit Spinnen, die aus
seinen Händen schossen.
Ganz gefangen bemerkte Tichir nicht, das sich ihm ein Kind näherte.
Er schreckte auf und blickte auf es hinunter. Es zog an seinem Ärmel.
Anscheinend wollte es, dass er ihm folgte. Das tat er.
Sie gelangten in die Höhlen, nur wenige bemerkten sie überhaupt.
Hastig zerrte das Kind ihn in Staruchas Zimmer und nahm das Buch
vom Tisch auf. Es gab das sandige Exemplar dem verwunderten Mann.
"Das Buch, das Ujedin hatte", sagte es.
"Ujedin...", murmelte er fragend. Hieß so sein Freund?
"Dein Freund, Ujedin. Ihr wart immer zusammen. Er wurde eingesperrt
und hat dieses Buch genommen. Hier stehen die Beweise drin. Das
muss es sein, was du meinst."
Verstehend nickte Tichir und schlug es auf. Er konnte es nicht lesen.
Enttäuscht blickte er auf das Kind und nahm das Buch mit hinaus.
Draußen waren die beiden noch immer am Kämpfen, Tichir
trat auf Erwuk zu und rief laut, sie sollen aufhören.
Beide Zauberer hielten inne, in der Hand einen gestoppten Zauber.
Tichir hob das Buch hoch und trat an Erwuk heran.
"Das Buch, hier drin steht, wie man Kinder im Mutterleib verändert,
wie man Schattengeister ruft und wie man sie vernichtet ..."
Er wollte es dem Halbelf geben, doch ein Schlag trat ihn und er
fiel benommen zu Boden. Er hatte nicht bemerkt, dass Starucha einen
Energieball auf ihn abgefeuert hatte. Hastig hob Erwuk das Buch
auf und schlug es auf. Sand rieselte aus den Seiten.
Ehe der Lehrer noch einen Ball werfen konnte, zwang Erwuks Zauber
ihn zum stillstehen. Er konnte sich nicht rühren und nur langsam
löste sich der Zauber. Derweilen las der Halbelf in dem Buch
und wurde fündig.
"Hier steht es. Schattengeister rufen", schrie er laut,
dass alle ihn verstehen konnten.
"Ergaton talibarus termenis oktabara, Zsuminius talibarek kono
ankantischi, tak medirom olaris!"
Er schlug das Buch zu und hob die Augenbrauen. Ein leichtes Grinsen
huschte über sein Gesicht. Kreischen wurde laut, ein Rascheln,
aus dem Wald traten die Schattengeister.
Die Elfen schrieen panisch auf und stoben zu den Höhlen.
"Panarax oristo!", schrie Erwuk und die Geister blieben
stehen. Ebenso die Elfen. Starucha erwachte aus dem Zauber und starrte
den Halbelf verzweifelt und wutentstellt an. Erwuk schlug das Buch
wieder auf und las einen Augenblick. Die Geister kratzten sich am
Arsch und warteten. Tichir rappelte sich auf die Knie und bestaunte
sprachlos das Geschehen. Die Elfen standen ängstlich an dem
Höhleneingang, zitternd, wartend.
Dann rief Erwuk laut: "Errest, infarmin, Solumni", deutete
auf Starucha. Jener wandte sich zu den Geistern um, die auf ihn
zukamen. Sein Blick zurück war mit Wut gefüllt. Er deutete
auf den ersten Schattengeist und rief:
"Panarax Errest!"
Der Geist löste sich in grünen Nebel auf. Er tat es nochmals
und wieder verschwand ein Geist. Es erinnerte Tichir an die Art,
wie sein Freund die Geister mit dem Pulver tötete. Sie lösten
sich einfach irgendwie auf, mit einem schlürfenden und platzenden
Geräusch.
Nachdem der Lehrer die Geister die ihn angriffen vernichtet hatte,
wandte er sich zu Erwuk um. Der Halbelf klappte das Buch zu und
lächelte siegessicher.
"Du hast dich selbst verraten, alter Freund. Ich kann nicht
zulassen, dass du so etwas deinem Volk antust. Ich bin gekommen
um dich zur Vernunft zu bringen, Starucha, Heeresführer, Zaubermeister."
Mit einem tiefen bösartigem Grollen drehte Starucha sich zu
dem Halbelf um und deutete mit dem Finger auf ihn. Hinter ihm sprangen
die verbliebenen Schattengeister herum.
"Du! Warum tust du mir das an? Ich bin der Herr, niemand schreibt
mir vor, was ich entscheide." Er ballte die Hand zur Faust,
hielt sie aufrecht.
"Ich werde dich töten! Tanast ekberem!"
Erwuk wurde zurückgeschleudert, verlor das Buch im hohen Bogen.
Er spie Blut aus und landete verdreht auf dem sandigem Boden. Seine
Augen starrten ins Leere und er rührte sich nicht mehr. Mit
großen Schritten kam Starucha heran.
Tichir hob die Hand und rief: "Errest, infarmin, Solumni!"
Starucha blieb stehen, wandte sich zu den Schattengeistern um, die
ihn angriffen. Wutendbrand trat er ihnen entgegen und vernichtete
sie.
Tichir robbte zu Erwuk hinüber und versuchte ihn zu wecken.
Stark hustend richtete der Mann sich wieder auf, wischte das Blut
vom Mund. Er drehte sich zu dem alten Mann herum, der gerade den
letzten Geist vernichtete. Wackelig stand Erwuk auf und atmete schwer
durch den Mund. Sein Gegner kam heran und er hob die Finger, begann
dünn zu sprechen.
"Ich nehme zurück, was ich dir gab,
an diesem düsteren heutigen Tag.
Die Macht die dir genommen,
Soll niemand zu Schaden kommen.
Sie soll ruhen
In goldenen Truhen!"
Starucha war erschrocken stehen geblieben. Er starrte fassungslos
auf den kleinen Mann. Um seine Füße bildete sich ein
Ring aus Licht und Starucha versuchte dem zu entfliehen. Er bildete
eine Wand aus Energie, er schrie mehrere laute "Neins",
doch vergebens. Das Licht schloss ihn ein.
Der alte Elf krümmte sich und fiel auf die Knie. Ein heiserer
Schrei entfuhr seiner Kehle und er sank auf den Boden nieder. Schwer
atmend blieb er unbewegt liegen.
Das Licht verschwand. Neben Tichir schlug Erwuk lang hin. Sogleich
beugte der junge Elf sich nieder und sah nach ihm. Erschrocken stellte
er fest, das der Mann tot war.
"Er ist tot!", schrie er, richtete sich auf. Die Elfen
wechselten nervöse Blicke, sprachen ängstliche Worte.
Sie fragten was passiert war und ein Junge ging zu Starucha und
sah nach ihm. Der alte Elf lebte noch, war aber nicht ansprechbar.
Antaka kam heran und beugte sich neben ihm nieder. Sie fasste nach
ihm und sprach leise.
Erstaunt, dass sie wieder sprach schwiegen die Elfen still und gruppierten
sich um sie, um zu hören, was sie sagte. Tichir eilte heran.
"...es so gekommen ist. Dein Machthunger hat dich fast umgebracht.
Nun ist dir nichts geblieben außer deinen Erinnerungen. Deine
Kräfte sind fort und die Worte allein nutzen dir nichts. Sprich
sie aus, kein Zauber wird sich erfüllen, ohne die Gabe, die
Erwuk dir endlich genommen hat. Guter Erwuk, unser Sohn..."
Sie stand auf und eine Schneise öffnete sich durch die sie
trat. Sie ging zu Erwuk herüber und kniete dort nieder. Verwirrt
über ihre Worte folgte Tichir ihr. Sie wickelte den Mantel
um den Toten und wischte ihm das Blut aus dem Gesicht. Leise begann
Tichir zu fragen: "Was bedeutete das? Erwuk ist unser Sohn?"
"Junge, du weißt wenig über die Dinge, die lange
vergangen sind. Ich selbst hatte sie lange vergessen. Doch heute
sind sie wie neu die vergangenen Tage. Erwuk war ein Kind unseres
Stammes. Ein Kind zwischen Mensch und Elf, als wir noch in Frieden
miteinander lebten. Ein mächtiger Zauberer und ein gerechter
dazu. Er ging fort, als Starucha Stammesführer wurde, aber
er verwandelte ihn in einen Menschen. Und er gab ihm die Magie wieder.
Er hat vielen nur gutes getan."
"Dann haben Elfen und Menschen zusammengelebt?"
"Mehrere Jahrzehnte, Friedlich bis unser Stammesführer
starb..."
"Und Starucha wurde gewählt. Was ist passiert mit ihm
jetzt?"
"Er hat keine Magie mehr. Er kann nicht mehr zaubern. Die gesprochenen
Worte werden keine Wirkung haben. So wie es sein sollte, wenn er
vom Mensch in einen Elf gewandelt wird. So wie es dein Schicksal
sein müsste. Aber..."
"Der Kuss..."
"Du kannst den Worten noch Kraft verleihen. Etwas hat deine
elfischen Fähigkeiten bewahrt. Vielleicht war Erwuk es, aber
ich denke, es war die Bindung zwischen dir und deinem elfischen
Freund Ujedin. Die Liebe zwischen euch."
"Aber..."
"Starucha hatte keine Liebe, er musste sich von Erwuk helfen
lassen alles zurückzubekommen. Doch das Herz deines Freundes
hat für dich geschlagen, und deines für ihn, bevor du
ein Mensch wurdest. Das Mädchen, nur oberflächlich, deine
Liebe galt schon immer deinem Freund."
Tichir schwieg und Schmerz breitete sich in seiner Brust aus. Wie
recht die Elfe doch hatte. Warum war er nur so blind gewesen? Er
hatte es die ganze Zeit gewusst, seine Liebe gehörte Ujedin,
das Mädchen nur Befriedigung.
"Ich habe geschlafen mit dem Mädchen. Gibt es Kind ein?"
Antaka lächelte. "Ein starker Junge, der neue Häuptling
mit besonderen Fähigkeiten."
"Wie das? Ich hatte doch keine als ein Mensch ich war."
"Du bist immer ein Elf, auch wenn du verwandelt bist. Wenn
die Liebe so stark ist wie bei euch, kann kein Zauber es brechen.
Der Junge wird etwas besonderes können. Dann wird es Zeit,
die Menschen erneut aufzusuchen und ihnen zu sagen, dass es uns
gibt und wir das Bündnis erneuern können. Das wirst du
tun, denn du wirst unser Stammesführer, wie es schon immer
geplant war."
Tichir drehte sich zu den anderen um, die ihn ansahen. Sie lächelten
und winkten verstohlen. Es war beschlossen worden, ohne das er es
mitbekommen hatte.
"Werde ich jemals wieder werden ein Elf?"
"Du wirst keine Gedanken lesen können, aber du bist ein
Elf. Du wirst zaubern können und uns führen können.
Ich hoffe das der Stamm sich schnell wieder vergrößert
und ich denke, dass du eine Partnerin finden wirst, die deine Kinder
gebärt."
Tichir schwieg. Er konnte sich nicht vorstellen mit wem er das tun
sollte und sein Herz wurde schwer. Er vermisste Ujedin. Auch konnte
er Jenka nicht unter den Elfen entdecken. Wy stand traurig in der
Menge und er ging zu ihr herüber. Vielleicht konnte er sie
trösten und mit ihr darüber austauschen, was für
eine wunderbare Person Ujedin gewesen war.
Eine Person die er schmerzlich vermisste.
Die Person, der er nicht einmal gesagt hatte, dass er sie liebte.
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